Fast alles neu beim alten Pastorat

HEILIGENHAUS: Fast alles neu beim alten Pastorat

Gastronomie, Hotel und Pro Mobil – das Gelände soll ab April 2019 bebaut werden. Die Fassade soll bleiben.

Zehn Jahre ist es her, dass das alte Haus der Kirche an der Hauptstraße abgerissen wurde. Stehen blieb nur noch das Gebäude des alten Pastorats, das ohne Sanitäranlagen und trotz der Kaperung durch das Kunstquadrat vor sich hin rottete, während das Grundstück dahinter zum Schotterparkplatz wurde.

Ein Schandfleck in zentraler Lage, den auch Alice Thormählen, die Grande Dame der heimischen Wirtschaft, nicht mehr mit ansehen konnte. Nach langen Verhandlungen mit der Heiligenhauser Stadt- und Bodenentwicklungsgesellschaft (SBEG) hat sie das 1209 Quadratmeter große Grundstück zwischen Hauptstraße und Basildon nun erworben und wird dort ein vierstöckiges Gebäude errichten lassen.

Baubeginn soll, so Architekt Raimund Hölscher, im April 2019 sein. Besondere Anstrengung wird es dabei kosten, die historische Fassade des Alten Pastorates zu erhalten, der Anbau an der rechten Seite und auf dem hinteren Teil des Geländes, wird im Kontrast dazu modern gestaltet sein, er wird auch eine Tiefgarage erhalten und barrierefrei gestaltet sien. Übrigens soll auch die Kastanie erhalten bleiben.

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Spannend dürfte das Innenleben werden, denn mit Pro Mobil hat man den Verein für Menschen mit Behinderung als Hauptmieter gewinnen können, der bereits die Kindertageseinrichtung „Kleine Robbeninsel“ in Grün Selbeck betreibt. Am Standort des Alten Pastorates wird Pro Mobil ein barrierefreies Hotel und auch seine Hauptverwaltung einrichten. Die Räume an der Velberter Günter-Weisenborn-Straße werden weiter vom Verein genutzt. Zusätzlich sind Gastronomieflächen vorgesehen.

Gerechnet wird mit 18 bis 20 Monaten Bauzeit, so dass im Herbst 2020 der Bau, nach aktuellen Plänen, fertiggestellt sein soll. Auch für Pro Mobil wird das Projekt eine Herausforderung, die Entwicklung in Heiligenhaus habe man schon länger im Auge gehabt, um sich auch hier aufzustellen, erklärte Pro Mobil-Geschäftsführerin Margit Benemann. Die Einrichtung eines mittelpreisigen, kleinen Hotels, das nicht nur Hotelzimmer, sondern auch Seminarräume mit genug Platz für Rollstuhlfahrer anbietet, sei aus der Praxis geboren worden: „Im ganzen Kreis fehlen bezahlbare Hotels für Menschen mit Behinderung. Deswegen werden auch Menschen mit und ohne Behinderung zusammen arbeiten“, sagt Benemann und kündigt an, dass der Verein sich an dieser Stelle auch nach außen hin öffnen möchte und für kulturelle Nutzung offen ist. Sie betont, dass man Inklusion hier an zentraler Stelle (vor)leben möchte, deswegen sei man auch offen für vielfältige Nutzung, beispielsweise im kulturellen Rahmen oder mit Kursangeboten. Gregor Todesco, Sprecher von Alice Thormählen, freut sich, dass mit Pro Mobil bereits ein langfristiger Mietvertrag geschlossen werden konnte. Für Bürgermeister Michael Beck ist das Engagement von Alice Thormählen dabei ein Glücksfall, denn „dieses Projekt ist eine Bereicherung für die Stadt und wird auch eine nicht unerhebliche Anzahl an Arbeitsplätzen in die Stadt bringen.“ Bis Weihnachten kann das Alte Pastorat durch die Künstler noch, zum Beispiel für die Illuminationen, noch genutzt werden.

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