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Radevormwald will seine öffentlichen Toiletten auf Vordermann bringen

Innenstadt Radevormwald : Stadt will öffentliche Toiletten aufwerten

Mit Investitionen von 50.000 Euro sollen 2020 die Anlagen am Busbahnhof und der Oststraße gegen Vandalismus besser gesichert werden. Die Grünen möchten, dass ihr Vorstoß der „Netten Toilette“ noch einmal diskutiert wird.

Eine gute Nachricht für alle, die in der Innenstadt häufiger mal ein menschliches Bedürfnis spüren, hatte die Stadtverwaltung jüngst gemeldet. Im Rahmen eines „Frühjahrsputzes“ waren unter anderem die Toiletten an der Oststraße frisch gestrichen und „aufgefrischt“ worden, wie Ulrich Dippel, Leiter des Technischen Bauamtes mitteilt.

Was nun nicht heißen soll, dass die Anlagen ansonsten sich selbst überlassen bleiben. „Die öffentlichen Toiletten an der Oststraße und am Busbahnhof werden täglich gereinigt“, betont Dippel. Auch neues Papier wird dann jeweils deponiert. Der neue Anstrich für die Anlage an der Oststraße war nötig geworden, weil Unbekannte die Außenseite der Toiletten mit Graffiti beschmiert hatten. „Hoffentlich bleibt es jetzt erst einmal sauber“, sagt Dippel leicht resigniert.

Vandalismus und Schmierereien an den Anlagen gibt es leider immer wieder, denn die Verwaltung kann nicht rund um die Uhr darauf aufpassen. Durch die Reinigungstrupps werden die Schäden oder Verunstaltungen immerhin schnell festgestellt. Die Reinigung am Busbahnhof kostet im Jahr rund 3500 Euro, an der Oststraße 5500 Euro. Dazu kommen jährliche Kosten für den Schließdienst von je 2600 Euro.

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Obwohl Rade über zwei öffentliche Toiletten verfügt, hat man bei der Fraktion von Bündnis 90/Grüne noch nicht die Idee aufgegeben, das Konzept der „Netten Toilette“ in Rade zu etablieren. Dieses Konzept bedeutet, das Gaststätten und Geschäfte Passanten erlauben, ihre Toiletten zu benutzen. Ein Aufkleber zeigt, dass der jeweilige Inhaber mitmacht. Der erste Vorstoß vor einigen Monaten fand bei den Geschäftsleuten nicht den erhofften Widerhall. Wie Heike Ueberall von der Wirtschaftsförderung im Januar mitteilte, hatten viele der Befragten Bedenken, nicht zuletzt wegen der Hygiene. Offenbar habe es im Vorfeld schon schlechte Erfahrungen gegeben.

Elisabeth Pech-Büttner, Fraktionsvorsitzender der Rader Grünen, fragt sich allerdings, ob die Wirtschaftsförderung den Wirten und Ladenbesitzern das Konzept richtig erklärt habe. „Es gibt ja dafür einen Geldbetrag von der Verwaltung“, sagt sie. So können Reinigungskosten getragen werden. Manche Befragte hätten vielleicht gedacht, dass die „Nette Toilette“ nur für Menschen mit Handicap gedacht ist. „Womöglich haben sie dann gedacht: Oh, das wird bei uns nicht gehen, wir sind nicht barrierefrei.“ Doch das Angebot richte sich an jeden Passanten, der gerade in der Stadt unterwegs ist. Natürlich könnten Bürger auch ohne den Aufkleber fragen, ob sie eine private Toilette benutzen dürften, aber es gebe da bei vielen Menschen eine Hemmschwelle, meint die Grünen-Politikerin.

Pech-Büttner ist zuversichtlich, dass zur „Netten Toilette“ das letzte Wort in der Radevormwalder Politik noch nicht gesprochen ist. „Wir möchten das Thema noch einmal auf die Tagesordnung setzen“, kündigt sie an.

Eine Ankündigung zum Thema Toiletten hat auch die Verwaltung: Im kommenden Jahr sollen 50.000 Euro investiert werden, um es Vandalen schwerer zu machen. Angedacht ist der Einbau eines Sanitärsystems aus Edelstahl, wie es häufig auf Autobahnparkplätzen zu finden ist. Damit soll der Aufwand für die regelmäßige Wartung verringert werden.