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Elfi Helmich will sich weiter im DRK in Radevormwald engagieren

Deutsches Rotes Kreuz : „Ich tue die Dinge mit Herzblut“

Über Jahrzehnte hat Elfi Helmich im Deutschen Roten Kreuz in Rade Verantwortung übernommen – und ist die Seele des Ortsverbands geworden. Nun gibt sie ihre Posten ab, bleibt dem Ehrenamt aber erhalten.

Sie wollte kein großes  Brimborium, keine Reden, keine Feier. Elfi Helmich wollte einfach nur den Nachwuchs gesichert wissen und dann leise in die zweite Reihe zurücktreten. Den Gefallen taten ihr die Mitglieder beim Deutschen Roten Kreuz aber nicht. Während der Jahreshauptversammlung im März verabschiedeten sie ihre zweite Vorsitzende aus ihren Ämtern – im Vorstand und an der Spitze des Blutspendeteams. Ganz ohne Tränen ging das nicht über die Bühne, und am Ende wollte der Applaus für Elfi Helmich gar nicht aufhören. „Aber es geht doch nicht um mich“, betont die 66-Jährige, sobald sie in den Mittelpunkt rückt. Und deswegen wolle sie lieber auch gar keinen Bericht in der Zeitung zum Abschied. „Es geht um das Deutsche Rote Kreuz, um das Wir“, betont sie. Und nur darum könne es auch bei ihrem Abschied gehen, sagt sie.

Wer dann doch mit Elfi Helmich ins Gespräch kommt, der kommt immer wieder an diesen Punkt: das Wir, der Zusammenhalt, das Miteinander. „Nur in der Gemeinschaft können wir etwas schaffen“, sagt Elfi Helmich. Und sie muss es wissen. Denn mit den Mitstreitern des Deutschen Roten Kreuzes hat sie in den vergangenen Jahrzehenten in Radevormwald manches auf den Weg gebracht. Das begann damals, als der Schwimmkreis zur Krebsnachsorge nach Mitgliedern suchte. Dort hörte Elfi Helmich vom Handarbeitskreis und keine Woche später saß sie mit den Damen zusammen und stickte. „Ich hatte Handarbeit in der Schule gelernt, das passte“, erzählt sie. Die kreativen Damen bilden mit ihrem Angebot auch heute noch eine Seltenheit: Sie sind der einzige Handarbeitskreis unter dem Dach des DRKs in Oberberg. Weihnachten verkaufen sie ihre Werke, der Küchentrupp des DRKs serviert dazu ein warmes Essen, Kuchen und Kaffee. Der Erlös kommt natürlich der Arbeit des Ortsvereins zugute – dem Wir. Als Marlies Ronsdorf damals eine Nachfolgerin als Leiterin des Kreises suchte, sprang Elfi Helmich ein. „Warum nicht?“ sagt die 66-Jährige heute. Da hatte sie längst Kontakt zu den Ehrenamtlichen des Blutspendedienstes geknüpft. „Im DRK machten damals viele vieles“, sagt Elfi Helmich. Wer im Handarbeitskreis saß, kochte häufig auch beim Blutspendetermin den Kaffee, schmierte die Brote. „Ich gehe gerne mit Menschen um, komme aus einer großen Familie“, sagt Elfi Helmich, „die vielen Menschen bei der Blutspende: Das entspricht mir einfach.“ Spülen, Brote schmieren, Kaffee ausschenken, auch mal ein Schwätzchen halten:

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Elfi Helmich war in ihrem Element, wenn bis zu 400  Blutspender zu den Terminen kamen.  „Und wir sind ein Super-Team“, sagt sie dann, „das macht viel aus.“ Als Marlies Ronsdorf auch für diesen Posten eine Nachfolge suchte, erklärte sich Elfi Helmich bereit. „Ich bin ein Macher-Typ, tue die Dinge mit Herzblut“, sagt sie. Allerdings, da lenkt sie gleich ein, möglich sei das alles nur, weil viele mitgemacht hätten. „Ich habe meine ganze Familie, meine Nachbarschaft, meine Freunde motiviert“, sagt sie. Vielleicht sei das eines der Dinge gewesen, die sie beim DRK gelernt habe: Menschen mitzunehmen. Als sie dann darum gebeten wurde, den Posten der zweiten Vorsitzenden zu übernehmen, stimmte sie zu, begleitete den Wandel im Vorstand, stellte den Ortsverein mit ihren Kollegen auf neue Beine.

„Aber jetzt braucht unser DRK junge Menschen“, sagt sie, „und junge Ideen.“ Sie habe nicht mehr den Draht zu den 30-Jährigen und sei deswegen nicht geeignet, um den Nachwuchs zu werben. Und deswegen tritt sie nun eine Reihe zurück. „Das fällt mir nicht schwer und wird nicht komisch für mich“, sagt sie. Nun werde sie Brote schmieren und Kaffee kochen, wenn das DRK zur Blutspende einlädt. Und ein Teil des großen Ganzen, das ihr so wichtig ist, bleibe sie natürlich auch.