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Radevormwald: Jubelarfeier weckt Erinnerungen an die Konfirmation

Lutherische Kirchengemeinde gestaltete Jubilarfeier : Erinnerungen an den großen Tag geweckt

Mit einem festlichen Gottesdienst in der evangelisch-lutherischen Kirche an der Bergstraße begann am Sonntag die Jubiläumsfeier ehemaliger Konfirmanden. Sie wurden vor 50, 60 und 70 Jahren in der kleinen Kirche konfirmiert.

Die Begrüßung auf dem Parkplatz des Wartburghauses fällt am Sonntagvormittag herzlich aus. Zwei Frauen schütteln sich lange Zeit die Hände und tauschen gleich Erinnerungen aus. Beide haben sich sofort wieder erkannt, sich erst einmal nur mit Vornamen angesprochen. Gerda Bremicker (geb. Rüsing) und Elfriede Dröscher (geb. Dicke) liegen richtig. Sie waren viele Jahre Schulfreundinnen und wurden in Radevormwald konfirmiert. Dieser große Tag liegt nun 70 Jahre zurück. „Was war das doch alles noch festlich“, schwärmt Elfriede Dröscher.

Sie kann sich noch gut an ihr festliches schwarzes Kleid erinnern, aber auch an den Gehrock und den schwarzen Zylinder, die ihr Vater trug. „Heute nimmt man das mit der Kleidung leider nicht mehr so streng. Aber damals war das Tragen eines Zylinders schon etwas ganz Besonderes“, sagt die Jubilarin. Beide Frauen erinnern sich an ein Lied, das die Feststunde in der Weißen Kirche an der Bergstraße besonders prägte. „Wir haben es lange üben müssen. Es war der Psalm 121: „Hebe deine Augen“ sind sich die beiden einig. Pfarrer Rühl habe die damals sehr große Gruppe Kinder und Jugendliche konfirmiert.

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70 Konfirmanden kamen zusammen. „Die Altersspanne reiche von 14 bis 17 Jahre“, erzählt Gerda Bremicker. Es seien viele ältere Jugendliche aus Flüchtlingsfamilie gemeinsam mit der Kindergruppe aus Radevormwald konfirmiert worden. An die selten große Konfirmandengruppe kann sich auch Erika Fischer (geb. Kämper) erinnern. „Die Feier in der Kirche war trotzdem sehr festlich und schön“, erzählt die Jubilarin.

Nach dem Festgottesdienst sei ihre Familie auf den elterlichen Hof zurückgekehrt und habe bei selbstgebackenem Kuchen im kleinen Kreis gefeiert. „Ich habe sogar noch ein Foto. Ich trug ein dunkelblaues Kleid, das meine Cousine damals geschneidert hatte“, erinnert sie sich. Geschenke habe es nur im kleinen Rahmen gegeben, letztlich lag der Krieg gerade hinter den Menschen. „Taschentücher gab es meist für die Mädchen oder auch mal ein Buch“, so Erika Fischer.

Vor 60 Jahren wurde Hans-Otto Ottfried von Pfarrer Heinz Reuther konfirmiert. „Wir waren damals auch schon eine große Gruppe Kinder. In 4er-Reihe wurden wir feierlich gesegnet“, erzählt er. Zwei Jahre habe der Unterricht für diesen Ehrentag gedauert. Viele Verse und Psalmen mussten die Kinder auswendig lernen und teils bei einer Prüfung vor der versammelten Pfarrgemeinde aufsagen. „Unsere regelmäßigen Kirchenbesuche wurden sogar kontrolliert und schriftlich festgehalten. Wer nicht zum Gottesdienst kam, riskierte seinen Ausschluss von der Konfirmation“, erzählt Hans-Otto Ottfried. Judith Ortmann (geb. Hohmann) gehört zu den Goldkonfirmanden. „Wir hatten eine sehr schöne Feier. Wir konnten sie gelassen angehen, denn die Prüfung jeden einzelnen war schon eine Woche vor der Konfirmation“, sagt sie. An ihr festliches schwarzes Kleid kann sich sich gut erinnern und an die Feier im Familienkreis in einem kleinen Restaurant.

„Geschenke gab es damals auch schon, doch nicht so große wie heute. Wir Mädchen bekamen viele Sachen und Wäsche für die Aussteuer“, erzählt sie amüsiert. Plaudereien entwi8ckeln sich nach dem Festgottesdienst in der Kirche. Pfarrer Philipp Müller überreicht allen Jubilaren die goldene Anstecknadel und gestaltet den Gottesdienst sehr feierlich.