Radevormwald: Beim Quartierbus soll es Verbesserungen geben

Nahverkehr in den Wupperorten in Radevormwald : Verbesserungen beim Quartierbus

Alle sechs Monate muss Projektleiterin Natalie Hoffmann die Konzession für den „Wupperaner“ neu beantragen. Dann ist es möglich, Veränderungen an Strecken, Zeiten oder Tagen vorzunehmen. Ende September gibt es Anpassungen.

In die Diskussion um eine mögliche Konkurrenz zwischen Quartierbus „Wupperaner“ und dem Bürgerbus schaltet sich nun auch die städtische Projektkoordinatorin für die Wupperorte, Natalie Hoffmann, ein. Es sei niemals ihr Ziel gewesen, irgendjemanden zu ärgern oder dem Bürgerbus zu schaden. „Zu Anfang war es nun mal so, dass der Bus in die Wupperorte gesetzt wurde und einfach losfahren sollte“, erinnert sich Hoffmann an die Anfänge Mitte Mai. Das es da gelegentlich auch zu Problemen kommen würde, sei eigentlich von vornherein klar gewesen. Mittlerweile habe man aber schon die ersten Erfahrungen gesammelt und könne entsprechend reagieren.

„Das geht aber nur zweimal im Jahr, denn alle sechs Monate muss ich die Konzession neu beantragen und nur dann ist es möglich, irgendetwas an der Strecke, an den Zeiten oder den Zielen zu verändern“, erläutert die Projektkordinatorin. Heißt konkret: In den vergangenen Wochen und Monaten wurden die Gäste befragt. Viele Punkte wurden schon ausgebessert, Änderungen an der Streckenführung müssen aber von der OVAG und der Bezirksregierung genehmigt werden. „Die prüfen das dann alles nochmal, und dann können wir reagieren, wenn sich zum Beispiel Streckenabschnitte überschneiden“, sagt Hoffmann.

Kritiker hatten zuletzt auch bemängelt, dass der Quartierbus zum Beispiel das Wülfingmuseum ansteuert, obwohl das gar nicht geöffnet hat. So etwas soll in Zukunft vermieden werden. Hoffmann betont, dass der Quartierbus das reine Quartier, also die Wupperorte bediene, mithin eine Linie von maximal fünf oder sechs Kilometern. Beim Bürgerbus seien das je nach Linie zwölf bis 15 Kilometer. „Wir wollen mit unserem Angebot an der Wupper die Menschen zu 100 Prozent in ihrem Alltag unterstützen“, sagt die Koordinatorin. Ihre Idee sei es immer gewesen, die Leute auf kurzen Strecken zu bedienen.

Deshalb verstehe sie auch die Kritik nicht, dass der Bürgerbus Geld für die Fahrten verlange, der Quartierbus aber nicht. „Für 200 oder 400 Meter Fahrt mit dem Quartierbus kann ich keine 1,80 Euro verlangen. Das ist nicht gerechtfertigt“, sagt sie. Das würde auch die Grundidee, den Charakter und den sozialen Gedanken des Quartierbusses ad absurdum führen. „Uns geht es nicht um Gewinne, sondern um das Geben“, sagt Natalie Hoffmann. Ende September werde sie wieder die Chance haben, an der Konzession etwas zu verändern.

Und um die Koordinatorin eben genau bei diesen enorm aufwendigen und zeitintensiven administrativen Dingen rund um den Quartierbus zu entlasten und zu unterstützen, hat sich die Stadt dazu entschlossen, einen Koordinator einzustellen. „Wir suchen jemanden, der Spaß daran hat, sich für die Wupperorte einzusetzen, damit ich intensiver wieder inhaltlich arbeiten kann“, sagt Natalie Hoffmann. Grundidee war es gewesen, dass Ehrenamtliche diese Aufgabe übernehmen – im Idealfall für die Wupperorte von Wupperanern. Und um die Wertschätzung für diese Aufgabe auch zum Ausdruck zu bringen, wird der Koordinator mit 450 Euro entlohnt. „Das ist etwas anderes, wenn jemand Geld für eine Aufgabe bekommt. Ehrenamtliche leisten professionelle und wertvolle Hilfe, aber es wird auch immer schwieriger, Menschen zu finden, die Zeit haben und sie zu motivieren“, sagt Natalie Hoffmann. Deshalb wolle die Stadt mit der Stellenausschreibung einen Anreiz schaffen und das Engagement angemessen honorieren. Das Spektrum an Aufgaben sei überschaubar und greifbar.

„Und wir wollen auch in Richtung Kreis und Bezirksregierung ein klares Signal geben, dass wir das Thema hier in den Wupperorten ordentlich anpacken und Wert legen auf den nachhaltigen Charakter“, sagt die Projektkoordinatorin. Ihr künftiger Kollege könne gerne in einem Büro im Rathaus arbeiten oder aber auch von Zuhause – stets in enger Zusammenarbeit mit Natalie Hoffmann, die als Projektleiterin weiter für alle Fragen zur Verfügung steht. „Ich kann die Leute ja nicht alleine lassen“, sagt sie.

Während aber beim Bürgerbus ein ganzer Verein im Hintergrund wirke, sei das Pilotprojekt Quartierbus sehr umfassend und gänzlich alleine kaum zu bewältigen. Und da das Projekt auch mit aller Ernsthaftigkeit betrieben werden soll, gehe das nicht alleine – parallel zum täglichen Geschäft.

Mehr von RP ONLINE