So war das Jahreskonzert 2020 des Jazz- und Popchores der Musikschule Neuss

Jazz- und Popchor der Musikschule Neuss : Von Earth, Wind & Fire bis Camila Cabello

Der Jazz- und Popchor der Musikschule Neuss zeigte im Romaneum teilweise hochinteressante Arrangements.

Das Jahreskonzert 2020 des Jazz- und Popchores der Musikschule Neuss im Pauline-Sels-Saal des Romaneum war gleich zweimal ausverkauft. Entsprechend gut gelaunt begrüßte Musikschulleiter Holger Müller die vielen Gäste und outete sich dabei als „leidenschaftlicher Fan des Chores“. Er hieß herzlich einen „Ehrengast“ willkommen, nämlich seinen Schwiegervater Johann, der aus dem Emsland angereist war.

In lockerer Formation eröffnete dann der mehr als 50 Sängerinnen und Sänger – allerdings nur zwölf Männerstimmen – starke Chor etwas unzeitgemäß mit „Summertime“ von George Gershwin in einem hochinteressanten Arrangement von Anne Hartkamp (55). Die Kölnerin ist immer noch eine der profiliertesten Jazzstimmen in Deutschland, hat mehrere eigene Formationen und leitet „roundabout“ seit Beginn vor nunmehr 22 Jahren.

Neben ihrem Engagement an der Neusser Musikschule unterrichtet sie auch Jazzgesang an der Hochschule Osnabrück. Etliche Songs hat sie ihrem Neusser Chor quasi „auf den Leib“ arrangiert. Ganz großartig zum Beispiel „Papa will da nicht mehr wohn’, denn wo er war, da kennt man ihn schon“ mit einem politischen Text nach dem Mauerfall.

Dieser Song war Repertoire, das heißt bei „roundabout“: Mehr als insgesamt 60 Songs aus Jazz, Swing, Soul und Rock werden auswendig beherrscht. Das macht immer wieder unterschiedliche Choraufstellungen möglich, vor allem aber einen beschwingten Vortrag (Choreografie: Sabine Scheerer). Vornehmlich im zweiten Programmteil, der vom Jazzpianisten Ralph Rotzoll am Flügel begleitet wurde, gab es die Neueinstudierungen.

Exzellente Interpretationen waren dabei das britisch-höfliche „Be More Kind“ aus dem Jahr 2018 von Frank Turner, wiederum in einem Arrangement von Anne Hartkamp, das „Boogie Wonderland“ der Band „Earth, Wind & Fire“ (1979), „Don’t Stop Me Now“ aus dem Album „Jazz“ (1978) der britischen Rockband „Queen“ und der Beatles-Klassiker „Got to Get You into My Life“ (1966). Traditionell geben Chormitglieder stets kurze Einführungen in die jeweiligen Songs. Diesmal im erfrischenden Dialog: Thorsten und Björn.

Ebenso gern gepflegte Geschichte ist, dass „roundabout“ im Rahmen seines Jahreskonzertes Ensembles aus den Reihen des Chores vorstellt. Diesmal „Laid Black“ und „VogicalPlus“, jeweils von Beate Thiele-Hecker auf der E-Gitarre begleitet. Große Formationen sind „SevenUp“ und „Family & Friends“.

Den vielleicht stärksten Eindruck hinterließ allerdings „8Klang“ mit dem Latin-Pop „Havana“ (2017) der kubanisch-amerikanischen Sängerin Camila Cabello.