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Expresszug verkürzt die Fahrzeit zwischen Neuss und China auf elf Tage

Neue Seidenstraße : Expresszug fährt in elf Tagen von Neuss nach China

Terminal im Hafen punktet mit Zeitersparnis und hoher Flexibilität. Bürgermeister will in Eisenbahn-Infrastruktur investieren.

Ein Expresszug verbindet nun Neuss mit der chinesischen Industriezentrum Hefei. Er benötigt für die 11.000 Kilometer lange Strecke nur noch elf Tage. Damit ist er drei Tage schneller als der Regelzug, der einmal wöchentlich zwischen Neuss und der Hauptstadt der Provinz Anhui pendelt, die rund 400 Kilometer westlich von Schanghai liegt. „Das ist ein attraktives Angebot für unsere Kunden“, sagt Igor Becker vom Operateur RTSB bei einem Besuch in Neuss, „die Nachfrage für den Expresszug ist hoch, denn Zeit ist Geld.“ Im Klartext: Je schneller der Kunde über seine Waren verfügen kann, umso wirtschaftlicher ist der Transportweg.

In diesem interkontinentalen Speditionsgeschäft ist die Rail Transportation Service Broker (RTSB) GmbH mit Sitz im Taunus zu Hause. Das 1996 in Deutschland gegründete Familienunternehmen betreibt seit dem Sommer vergangenen Jahres den sogenannten China-Zug, der den Neusser Hafen an die moderne Seidenstraße anbindet. Immer in der Nacht zum Samstag rollt der Zug mit mehr als 40 Containern aus dem fernen Hefei in das Terminal am Hafenbecken V ein. Er wird dort vom Umschlagslogistiker Trimodal ent- und beladen, um nach nur weniger Stunden Aufenthalt an der Tilsiter Straße wieder in Richtung Fernost zu entschwinden. Vollbeladen. Auch auf dem Rückweg werden keine leeren Container bewegt, versichert Becker. Das sei wichtig. Nur in beide Richtungen ausgelastete Zügen würden von der Regierung in Beijing subventioniert.

Becker stellte jetzt gemeinsam mit seinen RTSB-Kollegen Kataryna Negrieieva und Michael Grüner das Neusser China-Zug-Projekt erstmals in Neuss öffentlich vor. Im Rahmen des China-Tages im Romaneum gehörte Bürgermeister Reiner Breuer zu den Besuchern. Der Rathaus-Chef sagte, dass die Stadt in ihre Eisenbahn-Infrastruktur im Hafen investieren wolle und sich dabei auch um Fördermittel überregionaler Ebenen bemühen werde. Ziel sei mehr Kapazität und mehr Effizienz.

Für das RTSB-Trio eine Bestätigung gemeinsam mit dem Kunden „Plattform Hefei“ die richtige Standortwahl im Rheinland getroffen zu haben. „Unsere Neusser Partner zeichnen sich durch hohe Flexibilität und Zuverlässigkeit aus“, sagt Becker. Darauf lasse sich aufbauen.