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Ortsdurchfahrt Reuchenberg: Bürger wollen Bergheimer Straße entschärfen

Gefährliche Ortsdurchfahrt in Neuss : Bürger wollen Bergheimer Straße entschärfen

Die Überquerung der Bundesstraße in der Ortsdurchfahrt ist vielen zu gefährlich. Sie mahnen bei Stadt und Politik Verbesserungen an.

Wer in Reuschenberg die vierspurige Bergheimer Straße überqueren will, muss wieselflink sein. In diesem Punkt sind sich die Politiker aller Fraktionen und die Menschen im Ort einig. Denn die Ampelphasen für Fußgänger sind zu kurz, die Mittelinsel ist zu klein, und das gefahrene Tempo der Autos und Lastwagen oft zu hoch. „Es muss eine Lösung her, die die Geschwindigkeit bremst“, sagt der CDU-Stadtverordnete Jörg Geerlings.

Befeuert wird die Debatte um die Bergheimer Straße aktuell durch einen Unfall, bei dem am vergangenen Dienstag eine 24-jährige Fußgängerin schwer verletzt wurde. Sie hatte mit ihrem Kind die Straße an der Fußgängerampel überqueren wollen und war auf dem Überweg von dem Auto eines 77-Jährigen erfasst worden. „Wenn so etwas passiert, wird das heiß diskutiert“, sagt Dietmar Dahmen (SPD). Seine Partei habe bereits mehrfach Verbesserungen angemahnt, sagt er. Einzige Positivmeldung aktuell: Die Stadt habe das Grün des Mittelstreifens so weit zurückgeschnitten, dass alle Verkehrsteilnehmer eine bessere Übersicht haben.

Große Hoffnungen hatten die Reuschenberger und mit ihnen die Politik, dass mit dem Neubau des Rewe-Marktes auf dem Kirmesplatz auch die Straßenübergänge überarbeitet werden. Das war zwar nicht Teil des Erschließungskonzeptes, doch hatte der Neusser Projektentwickler „Objektplan“, der auf dem Kirmesplatz investierte, schon 2015 auch ein Lichtkonzept und Ideen für „akzentuierte Fußgängerüberwege“ entwickelt. Ein Ziel: Der Neubaukomplex und das gegenüber liegende Ladenzentrum sollten enger miteinander verklammert werden. Umgesetzt worden sie von alledem nichts, sagt Dahmen.

Doch das Thema ist wieder aufgerufen, denn die Stadt hat ein „Gestaltungskonzept Ortsmittelpunkte“ angeschoben. Zum Auftakt gab es in Reuschenberg einen Stadtteil-Spaziergang mit dem Bürgermeister, dem schließen sich in diesem Jahr noch Werkstattgespräche an. In denen soll vor allem der Bürger zu Wort kommen. Und der hat das genutzt – erst beim Rundgang mit dem Bürgermeister, zuletzt noch einmal bei der „Zuhörtour“ mit dem Stadtverordneten Geerlings.

Gewünscht wurde, so protokollierte die Stadtverwaltung bei der Bürgermeister-Tour, dass die Trennwirkung, die die Bergheimer Straße mit ihrer Breite zweifelsfrei hat, reduziert wird. Gerade in dem gut 300 Meter langen Abschnitt zwischen Birken- und Narzissenstraße, der beiderseits von Ladenzeilen flankiert wird. Gelingt dies, wären auch mehr Querungsstellen im Sinne der Reuschenberger.

Ferner sollten die bestehenden Querungsmöglichkeiten zumindest durch eine längere Grünphase verbessert werden. Denn gerade wer nicht so flott auf den Beinen ist, schafft es nicht in einer Grünphase auf die andere Straßenseite. Und beim Zwischenstopp fühlen sich Spaziergänger, aber auch Radfahrer nicht wirklich sicher, wenn sie auf die zweite Grünphase warten. „Der Mittelstreifen ist viel zu schmal und klein, um auf der vielbefahrenen Straße stehen bleiben zu können“, sagt auch Geerlings.

Geerlings verfolgt das Ziel, durch bauliche Maßnahmen die Geschwindigkeit auf dieser Bundesstraße zu drosseln. Gleiches gelte auch für die Ortseinfahrt in Richtung Speck-Wehl. Dort gibt es immerhin eine Radarmessstelle.