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Neuss: Jahresprogramm 2022 im Clemens-Sels-Museum Neuss

Programm im Clemens Sels Museum Neuss : Reise in digitale und märchenhafte Welten

Fünf Ausstellungen hat das Clemens-Sels-Museum für 2022 geplant: Es geht um Kaffee, Symbolisten und interaktive Angebote. Ein Überblick.

Ein eigenes Stillleben entwerfen oder unbekannte Ebenen in einem Gemälde entdecken? Das neue Jahr im Clemens-Sels-Museum verspricht interaktiv zu werden. Und während am Wochenende die aktuelle Loïe Fuller-Ausstellung endet, richtet das Museum den Blick nach vorne und stellt sein Programm für das neue Jahr vor. Fünf Ausstellung sind geplant – zwei davon werden im Feldhaus zu sehen sein. Ein Überblick.

Haupthaus Es sind neue digitale Wege, die das Clemens-Sels-Museum in seiner Frühjahrsausstellung „Finde deinen Zugang, digital zum Original“ ab Sonntag, 6. April, einschlägt: „Der Titel ist Programm“, sagt Museumsdirektorin Uta Husmeier-Schirlitz. Während die Corona-Pandemie die Digitalisierung beschleunigt hat, sei die Frage aufgekommen, wie digitale Formate den Blick auf ein Kunstwerk erweitern können. An zehn Stationen sollen die Besucher selbst aktiv werden. So können sie etwa Skulpturen aus der Sammlung in eine neue digitale Welt setzen, mit Lichtmalerei experimentieren oder mit Hilfe von Augmented Reality zeichnen. Aber auch Hintergrundinformationen werden so spielerisch vermittelt, etwa in dem Entstehungsprozesse sichtbar gemacht werden. 

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Passend zum Hansetag in Neuss, widmet sich die Schau „Kaffee ist fertig“ vom 22. Mai bis 25. September der Kulturgeschichte des Heißgetränkes. „Der Kaffee stammt aus Äthiopien und wurde dort schon im 15. Jahrhundert getrunken“, erzählt der Kurator Carl Pause. Von dort aus verbreitete sich das Getränk auf der ganzen Welt.

War es einst ein teures Importgut, wurde der Kaffee spätestens seit der industriellen Verarbeitung in allen Bevölkerungsschichten getrunken. Ausgrabungsfunde zeigen Neusser Kaffeegeschirr, einige produzierten sogar Kannen für den kleinen Geldbeutel. 

Im Oktober stehen dann dir faszinierenden und mystischen Bildwelten der belgischen Symbolisten George Minne (1866-1941) und Léon Spilliaert (1881-1946) im Fokus. „Es sind zwei gefeierte Künstler, die in Deutschland eher unbekannt sind“, erzählt Kuratorin Bettina Zeman. Durch Reduktion und Konzentration beschreiten der Bildhauer Minne und der Maler Spilliaert den Weg vom Symbolismus zum Expressionismus. Anhand von rund 100 Skulpturen, Gemälden und Zeichnungen aus dem In- und Ausland soll ein neuer Blick auf die Vielfalt des belgischen Symbolismus und dessen Einfluss auf die moderne Kunst des 20. Jahrhunderts geworfen werden.

Feldhaus Nach der Werkschau „Raffael & Co.“, die am 13. März endet, geht es im Feldhaus mit zeitgenössischen Arbeiten weiter. Werke von bekannten Musikgrößen aller Genres werden dort ab dem 10. April zu sehen sein: Da wäre zum Beispiel Michael Jackson, der sich als Mickey Mouse malte oder ein Rabe, den Marylin Manson als Tuschzeichnung gemalt hat. Aber auch Arbeiten von John Lennon, David Bowie oder Nina Hagen sind zu sehen: Sie malten Landschaften, fantastische Kreationen oder wurden von einem Journalisten zu Selbstportraits animiert.

Ab dem 4. September heißt es dann „Es war einmal“ – denn dann lässt das Feldhaus seine Besucher in wunderbare Märchenwelten eintauchen. Unter den 80 Exponaten sind sowohl nostalgische Bilderbögen zu finden, als auch diverse Werbeartikel: Liebigs Fleischextrakt fertigte etwa verschiedene Sammelkarten an. Da kann es passieren, dass darauf das Rotkäppchen abgebildet ist, das eine solche Dose in den Händen hält, während im Hintergrund der Wolf schlummert.

Vermittlung Ab März können im Clemens-Sels-Museum Geburtstage für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren gefeiert werden: „Farbenzauber“ heißt das Format, in dem 90 Minuten lang zu Licht und Farbe experimentiert wird. Auf die Idee seien sie während der Loïe Fuller-Ausstellung gekommen, erzählt Anita Hachmann. Da jene Künstlerin auch naturwissenschaftlich interessiert war, hat das Museum nun die „Minkt“-Reihe ins Leben gerufen, die die naturwissenschaftlichen „Mint“-Fächer um Kunst erweitert. Aktuell wird für das Museum ein digitales Spiel zur Sammlung entwickelt. Es wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.