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Neuss: Kostenlose Tampons und Binden für Neusser Schülerinnen

Tampons und Binden : Kostenlose Menstruations-Artikel für Neusser Schülerinnen

Ein Thema, das bisher vor allem Improvisations-Talent an den Neusser Schulen nötig machte, bekommt nun einen offiziellen Anstrich.

Alle Schulen der Stadt Neuss werden künftig mit Menstruations-Artikeln versorgt, also sowohl mit Binden als auch mit Tampons. Dabei handelt es sich um einen Vorstoß der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Katja Gisbertz sowie Constanze Stroeks, Vorsitzende des Gleichstellungsbeirates.

Gisbertz hat bereits den Bedarf bei den städtischen Schulen – dabei handelt es sich sowohl um weiterführende als auch um Grundschulen – abgefragt und dabei festgestellt: „Das Thema wird ganz unterschiedlich gehandhabt.“ Manchmal versorgten sich die Schülerinnen untereinander mit den Hygiene-Artikeln, zum Teil laufe dies aber auch über die Schülervertretungen oder die Sekretärinnen, die sozusagen aus privater Tasche aushelfen. Was Gisbertz betont: Die bereitgestellten Binden und Tampons sind für den Notfall gedacht, also wenn keine eigenen Artikel greifbar sind.

Um „einfach machen“ zu können, hat Gisbertz kurzerhand entschieden, die ersten Bestellungen aus ihrem eigenen Budget als Gleichstellungsbeauftragte zu bezahlen. „Die Schulen können sich dann einfach bei mir melden, wenn nachgeordert werden muss“, so Gisbertz, die alles auf dem „kleinen Dienstweg“ erledigen möchte.

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Mit der neuen Versorgung in den Schulen sollen gleich mehrere Problemfelder gelöst werden. Neben dem klassischen Notfall, in dem nichts zur Hand ist, gebe es nämlich auch Mädchen, bei denen Menstruation zu Hause schlichtweg „kein Thema“ sei. Auch Schülerinnen aus finanziell schwachen Familien seien nicht immer mit den teuren Produkten ausgestattet. Zum Teil werde, so betont Constanze Stroeks, sogar das Material aus dem Sexualkunde-Unterricht genutzt.

Das Thema fand jetzt auch im Gleichstellungsbeirat breite Zustimmung, wie die Vorsitzende betont – und es wurde sogar noch weiter gedacht. Unter anderem brachte die CDU den Vorschlag, nicht nur Binden und Tampons, sondern auch Wechsel-Unterhosen für den Notfall bereit zu stellen. „Perspektivisch können wir uns auch vorstellen, dass die Hygiene-Artikel auch in anderen Einrichtungen wie Schwimmbädern und Jugendzentren bereitgestellt werden“, sagt Stroeks, die sich bereits seit einiger Zeit mit dem Thema beschäftigt: „In immer mehr Lokalen sind Körbchen auf den Toiletten zu sehen, wo die Artikel bereitgestellt werden, es wäre doch super, wenn das auch an unseren Schulen so funktionieren würde.“

Wichtig sei, die Grundschulen direkt mit ins Boot zu holen. „Schließlich menstruieren Mädchen immer früher“, sagt Stroeks. Allerdings habe sich herausgestellt, dass man in der ein oder anderen Neusser Grundschule das Thema noch stiefmütterlich behandelt. Tenor bei mancher Abfrage: „Kein Bedarf!“