Buschreiter in Rheurdt stellen sich der Herausforderung

Meisterschaft in Rheurdt : Über Stock und Stein – Buschreiter stellen sich der Herausforderung

Die Interessengemeinschaft der Vielseitigkeitsreiter im Kreispferdesportverband hat in Rheurdt und Kengen die Deutsche Meisterschaft ausgerichtet. Unsere Autorin war vor Ort.

Kengen war am Wochenende das Ziel der Vielseitigkeitsreiter. 16 Hindernisse führten die Teilnehmer am Morgen über Stoppelfelder, in den Wald und über Hindernisse, die es in sich hatten. Insgesamt 32 Buschreiter mit ihren Pferden stellten sich der Herausforderungen über Stock und Stein. Das Teilnehmerfeld in den verschiedenen Klassen und Disziplinen war international aufgestellt. Kay-Steffen Meier, Andreas Ostholt oder Annika Lutter etwa gelten als Cracks in der Szene. Mit dabei war auch Anna-Lena Schaaf aus Hünxe, die gerade in Warendorf den Preis der Besten in der Vielseitigkeit bei den Junioren geholt hat, mit der Deutschen Meisterschaft nachlegte und seit wenigen Tagen Europameisterin ist.

Der heftige Regen am Samstag hatte dem Gelände rund um den Hof der Familie Wetzels in Kengen gutgetan. Der Boden war „in Topform“, wie Hans Bürgers, Vorsitzender der gastgebenden Interessengemeinschaft der Vielseitigkeitsreiter (IGV) am Morgen feststellte. „Wir haben für unsere Zehnkämpfer nicht an Schweißtropfen gespart“, sagte Wetzels lachend mit Blick auf die Hindernisse wie Wassergraben, Doppelhecke oder Gatter.

Julia Schlaghecken (22) aus Emmerich ist eine der Buschreiterinnen, die mit ihrer Stute Appi an der Vielseitigkeitsprüfung Klasse E teilnahm. „Eine Prüfung für Einsteiger. Wichtig ist uns immer, dass Ross und Reiter Spaß haben und dabei bleiben“, so Bürgers.

Die 14-jährige Stute nahm die 1770 Meter Gelände mit einer Zeitvorgabe von 3:56 Minuten entspannt bis neugierig an. „Das Gelände ist anspruchsvoll. Es gibt viel zu sehen. Ein Grund mehr, teilzunehmen“, sagt Julia Schlaghecken. Zum ersten Mal startete sie bei den Rheurdter Vielseitigkeitstagen, dem Mix aus Dressur, Springen und Gelände. Am Samstag erreichte sie auf dem Turnierplatz des Rheurdter Reit- und Fahrvereins beim fehlerfreien Springen mit bester Zeit das Ziel, auch bei der Dressurprüfung lief es gut. „Das Ganze macht unglaublich viel Spaß“, so die Reiterin.

Klar, dass vor jedem Start die Nervosität über den Abreitplatz liegt, wie auch Helferin und IGV-Mitglied Ulla Köhler weiß. Sie koordinierte am Wochenende die Reihenfolge der Starts. Am Rand stehen oft Freunde und Familienangehörige, sprechen nochmals Mut zu oder erinnern an Besonderheiten der Hindernissen. „Als Elternteil ist man noch aufgeregter als die Kinder. Man stirbt mit“, erklärte einer der Väter am Rande.

Gelobt wird immer wieder der Aufbau nach der Geländebesichtigung mit Pferd. Und auch nach dem Ritt, „wenn die Buschreiter völlig euphorisiert ins Ziel kommen. Dieses Gefühl ist einfach unbeschreiblich“, sagt Ulla Köhler, die selbst in der Vielseitigkeit zu Hause ist.

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