Neukirchen-Vluyn: Vertrag für Mountainbiker auf der Halde ist fertig.

Mountainbike in Neukirchen-Vluyn : Radler auf der Halde: Ihr Vertrag ist ausgehandelt

Es fehlt noch das Ok vom Kreis Wesel. Geht es im Herbst an den Start ?

Auch im siebten Monat nach der plötzlichen Vollsperrung ihrer mit viel Einsatz selbst angelegten Trainingsstrecken auf der Halde Norddeutschland haben die 86 Mountain-Biker der SG Neukirchen-Vluyn keine freie Bahn. Noch immer sind ihre Strecken blockiert – auf Anordnung des Halden-Hausherrns Regionalverband Ruhr. Doch der SG-Vereinsvorsitzende Franz Frings signalisiert, dass nun Bewegung die Halden-Pisten kommen soll: „Im Prinzip sind der Regionalverband und wir als Verein uns in allen Punkten einig.“ Ein Vertrag liege ausformuliert und unterschriftsreif vor. Was noch fehlt, ist die Zustimmung des Kreises Wesel als Unterer Landschaftsbehörde. Dort hieß es allerdings auf Nachfrage der RP: „Uns liegt in dieser Angelegenheit noch kein Schriftstück vor.“ Frings will nachfassen.

Zur Erinnerung: Momentan dürfen die Mountainbiker nur auf der obersten Ebene der Halde kreisen. Und ein kurzes Stück Abfahrt von der untersten Terrasse aus proben. Dazwischen muss geschoben werden. Und damit sich die Gelände-Radler an diese Auflage halten, haben Arbeiter des Regionalverbands die gesperrten Strecken mit quergelegten Baumstämmen unpassierbar gemacht. Davon solle man sich jetzt, auf den letzten Metern bis zur Lösung der Vollbremse, nicht irritieren lassen. „Momentan sind unsere Mountainbiker ohnehin an jedem Wochenende auf einem anderen Wettkampf.“

Im Herbst aber sollte die 102 Meter hohe Halde Norddeutschland wieder als Trainingsgelände fürs Querfeldeinfahren zur Verfügung stehen. Ein Korridor soll dafür sorgen, dass sich Radler, Läufer, Reiter und Wanderer nicht gegenseitig ins Gehege kommen. Es müssen Hinweis- und Warnschilder aufgestellt werden. „Bei der Planung hierfür sind wir sehr von einem Mitarbeiter des Regionalverbands Ruhr unterstützt worden“, sagt Frings, der nach wie vor auf Beharrlichkeit und Diplomatie setzt.

Dabei hatte die Sportgemeinschaft Neukirchen-Vluyn mit ihrer Mountainbike-Abteilung die Halde nicht einfach gekapert. Das belegt unter anderem ein Artikel aus der Rheinischen Post vom 2. Februar 2012. Der war überschrieben mit den Worten „Freie Bahn für Trendsportler“. Damals schlossen der Verein und der RVR Nutzungsverträge, um die rasanten Talfahrten per Fahrrad zu ermöglichen. Darauf vertrauend seien viele Arbeitsstunden und einige tausend Euro in den Ausbau der nun seit Monaten unbrauchbaren Mountainbike-Pisten geflossen. Unter anderem musste spezieller Mutterboden herangeschafft werden, um die Fahrspuren zu formen. Denn das Gelände um die Halde steht unter Naturschutz.

Auch der RVR selbst sieht in der Halde Norddeutschland eindeutig einen Sportschwerpunkt und hatte die Erhebung beim zurückliegenden Haldentag auch so beworben. Die Mountainbiker der SPG jedenfalls hoffen darauf, dass sie dies bald wieder in der Praxis erleben dürfen. Natürlich müssen sich alle, die die Halde Norddeutschland als Sportstätte nutzen, miteinander arrangieren.

Auch daran hatte die SG Neukirchen-Vluyn bereits vor der Streckensperrung unmittelbar vor dem zurückliegenden Weihnachtsfest gedacht. Es bestand eine Zusatzversicherung für den Fall, dass Nichtmitglieder auf den SG-Pisten zu Fall gekommen wären. Die Mountainbiker sind aufgrund ihrer Vereinsmitgliedschaft versichert.

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