Events in Neukirchen-Vluyn: Misstöne zwischen Stadt und Kulturhalle.

Events in Neukirchen-Vluyn : Misstöne zwischen Stadt und Kulturhalle

Ein Auftritt des beliebten Comedians Bernd Stelter wurde abgesagt.

Eine Anfrage von SPD-Chefin Elke Buttkereit im Stadtrat hat öffentlich gemacht, worüber die unmittelbar Beteiligten am liebsten schweigen würden. Zwischen der Stadt, vertreten durch die Beigeordnete Margit Ciesielski, und dem Pächter der Kulturhalle, Michael Erb, läuft es nicht rund. Dabei geht es anscheinend um Absprachen darüber, wer sich in welcher Kultursparte tummeln darf. Erb machte seinem Ärger in einem offenen Brief an die Stadt und Ratsfraktionen Luft.

Die Stadt Neukirchen-Vluyn wacht streng darüber, dass der Bereich Comedy, wie offenbar vereinbart, von ihrer Veranstaltungsagentur bespielt wird. Daneben gibt es in diesem Jahr einen Puppenspieler im Programm und das Improvisationstheater Springmaus. Pächter Erb hingegen darf Musikkonzertveranstaltungen in der Kulturhalle anbieten – zusätzlich zum städtischen Kulturangebot.

Die SPD fragte im Rat nach einem Termin mit Comedian Bernd Stelter, den Erb für einen launigen Abend verpflichtet hatte. Dem Vernehmen nach waren bereits 250 Karten verkauft, denn Stelter hat laut Erb sein Stammpublikum in Neukirchen-Vluyn und kommt gern in die Stadt. Stelter singt, spielt Gitarre, kommt unter Umständen auch zusammen mit einer Band. Da er aber zuvorderst zu den führenden deutschen Comedy-Protagonisten gezählt wird, pochte die Stadt auf die strikte Trennung nach Genres. Erb musste Stelter wieder ausladen, was er so kommentiert: „Ich bin einfach enttäuscht, dass unsere Kreativität so eingeschränkt und nicht wert geschätzt wird. Bernd Stelter ist nicht nur ein Freund des Hauses, sondern auch von vielen Vluynern Bürgern.“

Um so erstaunter war Michael Erb, als er von den Vorplanungen des städtischen Kulturprogramms für das kommende Jahr erfuhr. Demnach soll am 7. Februar 2020 die A-Capella-Band Basta in der Kulturhalle auftreten. Die macht eindeutig Musik, verbunden durch kurzweilige Moderationen. Während die erste Beigeordnete Margit Ciesielski den Basta-Auftritt durch die Vereinbarungen mit Erb abgedeckt sieht, meint der Pächter der Kulturhalle, hier biete die Stadt eindeutig ein Konzert an – und keine Comedy. Und: Er habe selbst geplant, Basta im im kommenden Jahr zu verpflichten. Im offenen Brief hat Erb angekündigt, sich nun strikt an den Pachtvertrag vom 26. März 2015 zu halten. Demnach dürfe er so viele Veranstaltungen anbieten, wie er wolle.

„Wir werden nach den Sommerferien darauf drängen, dass die wechselseitigen Spannungen möglichst beigelegt werden“, sagt SPD-Ratsherr Günter Zeller auf Nachfrage. Schließlich gehe es unter dem Strich darum, den Bürgern ein vielseitiges Kulturangebot zu präsentieren.

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