Volkshochschule in Rheurdt: Wenn der Sommer mit Kunst startet.

Volkshochschule in Rheurdt : Wenn der Sommer mit Kunst startet

Die Sommerakademie der Volkshochschule Gelderland lockte 50 Teilnehmer zum Oermter Berg.

Die Sommerakademie, die die Volkshochschule Gelderland anbietet, ist der Renner und mit 50 Teilnehmenden immer schnell ausgebucht. So auch die 21. Ausgabe. Mit Malschule, Bildhauer-Werkstatt, Fotografie, Bogenbau und Schreibwerkstatt überzeugt das kompakte Kursangebot, bei dem die Fantasie ihren Weg fand. „Die Sommerakademie ist ein fester Termin an einem spirituellen Ort“, sagt dazu VHS-Bereichsleiterin Regina Sprick.

Das Schönstattzentrum mit kleiner Kapelle am Oermter Berg ist der Ort, der inspiriert, der die Ruhe in sich trägt. „Hier finden die Kursteilnehmer zu sich selbst“, so Regina Sprick. Wesentlich zu diesem Erlebnis tragen die Kursleiter bei. „Sie bringen die Stimmung mit, haben die Geduld, neue Weg in der Gestaltung zu zeigen“, so Regina Sprick. Ein Fotobuch zeigt die alten Gebäude, die vor zwei Jahren durch ein modernes funktionales helles Gebäude ersetzt wurden. „Das Arbeiten im jungen Gebäude macht richtig Spaß“, so Sprick.

Im Außenbereich wurden Zelte aufgestellt. Im Schatten von Bäumen beispielsweise eröffnete Bildhauerin Monika Bänsch ihre Freiluft-Werkstatt. Bearbeitet wurde Tuffstein mit Fäustel, Hammer oder Knüpfel. In der Zeit von Samstag bis Mittwoch entstanden Skulpturen. Feine Gesichtszüge der Köpfe sind in den fertigen Arbeiten zu erkennen, die auf einem Holzpodest fixiert sind. „Wir haben gut gearbeitet, teilweise mit drei Steinen“, sagt Bildhauerin Monika Bänsch. Entscheidend sei beim Material das „erste Sehen“, ein Abschätzen, welches Motiv, welches Objekt machbar ist. „In der Bildhauerei arbeiten wir weg“, so Bänsch.

Gespannt ist sie, ob bei einem der Steinköpfe die Frisur aus Blätter-Zementgemisch hält. Opulent die Ergebnisse der Malschule von Rosa Gabriel mit vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten. Mit zu den Grundprinzipien gehört, der Kreativität den Vortritt zu geben. „Themenvorgaben machen wir nicht. Der Austausch untereinander ist wichtig. Oftmals inspirieren sich die Teilnehmer gegenseitig, so dass spontane Ideen entstehen“, so Sprick.

Neues Akademieelement war der Bogenbau mit Edgar Hildgendorf am Samstag und Sonntag. „Der Bogen wurde auf die individuellen Körpermaße des Teilnehmers angepasst“, sagt Regina Sprick. Der Sonntag galt dem Training. Steffen Geiling lud parallel dazu in die Natur- und Makrofotografie ein. Mancher Kursteilnehmer ist Wiederholungstäter. Andere haben die Sommerakademie für sich gerade entdeckt. Das Alter spielt keine Rolle. „Ich habe in meiner Schreibwerkstatt junge Mädchen im Alter von 15 Jahren. Das Spektrum ist breit aufgestellt“, sagt die Literaturwissenschaftlerin Elisabeth Kuhs über ihre dreitägige Veranstaltung. Spielend schreiben, so der rote Faden ihrer sechsten Werkstatt.

Die Ausbeute wird sie wieder als Sammlung in einem Buch veröffentlichen. „Oermter Federlese“ lautet der Titel von 2018. „Generell biete ich kein Handwerkszeug an, arbeite nicht in Gattungen, sondern biete Elemente, die das Schreiben bestimmen“, so die Kursleiterin. Dazu gehören Körperübungen, wie Achtsamkeits- und Wahrnehmungsübungen. „Nur in entspannter Atmosphäre und im Einklang mit sich selbst lässt sich gut schreiben“, so Kuhs.

Zum Schluss der Sommerakademie lud die Schreibwerkstatt wieder zur Präsentation der Arbeiten ein. „Jeder hat im großen Kreis gelesen“, freute sich Elisabeth Kuhs.

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