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Schauspieler und Sänger Tom Barcal aus Nettetal spürt berufliche Auswirkungen der Corona-Krise

Corona-Auswirkung : Ein Künstler in der Krise

Es sieht nicht gut aus für Künstler in Zeiten der Corona-Krise. Das bekommt auch der Schauspieler und Sänger Tom Barcal zu spüren.

Tom Barcal ist vor allem bekannt aus der Serie „Alles was zählt“, in der er fünf Jahre lang den Imbissbudenbesitzer „Keule“ spielte. Auch in vielen anderen Produktionen wie Tatort oder Lindenstraße wirkte der 55-jährige Nettetaler mit. Vor zwei Jahren war der Schauspieler allerdings in der RTL-Sendung „Raus aus den Schulden“ zu sehen. Dort konnte er sich am Ende von seinen Schulden befreien. Jetzt sieht die Situation aber wieder anders aus. „Wenn es so weiter geht, kann es bald einen Teil zwei geben“, scherzt Barcal, der in Lobberich wohnt. Die Miete könne er noch zahlen, aber keiner wisse, wie es sich in den nächsten Monaten entwickeln werde.

Zahlreiche TV-Auftritte und Talkshows wurden aufgrund der Corona-Krise abgesagt. Der Schauspieler ist sich aber sicher: „Ich möchte nicht wieder beim Amt landen und ich möchte mir kein Geld von Freunden leihen.“ Barcal hört auch von seinen Künstlerkollegen, wie schwer es im Moment sei, Geld zu verdienen: „Sie haben Angst, keine Einnahmen zu machen.“ Barcal hat zwar zwei Rollenangebote für Filme in diesem Jahr, aber die Produktion ist jetzt erstmal auf Eis gelegt. Der Schauspieler will sich in diesem Jahr vor allem auf seine Musik konzentrieren. Mittlerweile ist sie zu seinem zweiten Standbein geworden. „Die Musik hilft mir sehr“, erzählt Barcal. Der Sänger schreibt die Texte seiner Lieder oft selbst, um so seine Erlebnisse zu verarbeiten.

Trotz Krise macht Barcal weiter mit der Musik. Nächste Woche geht er für seinen Song „Sie ist wie die Sonne“ ins Tonstudio. Im Juli kommt sein neuer Song „In guten und in schlechten Zeiten“ heraus. „Der Text passt eigentlich hundertprozentig auf die aktuelle Situation“, sagt der Sänger. Auch sein privates Leben ist zurzeit stark eingeschränkt. Barcal verlässt das Haus nur noch für die notwendigsten Dinge wie Einkaufen. Der 55-Jährige empfindet sich selbst als sehr ordentlichen und sauberen Menschen. „Im Moment könnte man mein Haus aber fast als steril bezeichnen“, erzählt er. Auch soziale Medien wie WhatsApp oder Facebook lernt er jetzt erst richtig zu schätzen. „Vorher ist mir das alles auch schon mal auf die Nerven gegangen, aber jetzt bin ich dankbar, dass mir der Kontakt bleibt.“ Für ihn kam auch die Frage auf, ob es in einer Zeit wie dieser überhaupt passend ist, seine Songs auf Facebook zu posten. Aber die Reaktionen seiner Fans waren positiv. „Die Menschen sind dankbar für die Ablenkung“, erzählt er.

Eine weitere Sache liegt Barcal in diesem Jahr am Herzen. Er wird Mitglied in der Organisation „Alltagsengel.“ Dabei geht es um die Unterstützung von älteren Menschen. Sie sollen Hilfe bekommen beim Einkaufen, Putzen oder einfach eine Person, die ihnen Gesellschaft leistet. Die Organisation will solche Helfer finanziell unterstützen.