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Nettetal: Drogenjäger aus dem All

Nettetal : Drogenjäger aus dem All

Die Aktion "Grünes Gold" hat den Anbau von Hanf unter freiem Himmel nahezu zum Erliegen gebracht. Es wurden Pflanzen mit einem Ertragswert von etwa drei Millionen Euro entdeckt. Jetzt geht es einen Schritt weiter.

Venlo Schlechte Zeiten für die Anbauer illegaler Hanfplantagen unter freiem Himmel: Der Fahndungsdruck hat mittlerweile so zugenommen, dass die Plantagen in Maisfeldern, Wäldern oder Spargelkulturen in Nord- und Mittellimburg nahezu verschwunden sind. Und künftig werden sie sogar aus dem All bekämpft.

Nach Angaben von Venlos Bürgermeister Hubert Bruls gelang es der Aktion "Grünes Gold", illegal angebaute Pflanzen mit einem Ertragswert von etwa drei Millionen Euro aus dem Verkehr zu ziehen. "Grünes Gold" ist eine Gemeinschaftsaktion von Kommunen, Polizei, Justiz und Steuerbehörden im Großraum Venlo. Beteiligt sind Landwirte, die sich verpflichten, den Anbau von Hanfpflanzen nicht zu dulden. Die Bauern kennzeichnen und kontrollieren ihre Flächen. Sie benachrichtigen sofort die Polizei, wenn ihnen etwas auffällt. Aus den Feldern ragen hohe Pfähle mit einem roten Signet heraus, um potenziellen Hanfanbauern zu signalisieren, dass hier im Rahmen der Aktion "Grünes Gold" besonders genau hingeschaut wird.

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So wurden an 53 Orten in dem Gebiet Plantagen mit 4140 Pflanzen entdeckt und ausgehoben. "In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Anpflanzungen signifikant zurückgegangen. Ich schließe daraus, dass wir auf diese Weise die Plantagen unter freiem Himmel größtenteils vertrieben haben", stellte Hubert Bruls fest. Der Venloer Bürgermeister ist Sprecher der konzertierten Aktion.

Im kommenden Jahr dürfte der Anbau von Hanfpflanzen noch schwieriger werden. Denn zurzeit verhandelt "Grünes Gold" mit der europäischen Raumfahrtbehörde ESA. Sie soll in einem Pilotprojekt ihre Möglichkeiten der Beobachtung vom Weltraum aus gegen den Anbau von Hanf einsetzen. Fachleute erwarten, dass dann ein noch wesentlich früheres Eingreifen möglich ist, sobald sich ein Verdacht ergibt.

An der Aktion "Grünes Gold" haben sich auch deswegen immer mehr Bauern beteiligt, weil sie nicht mehr für die Folgen des illegalen Anbaus belangt werden können. In den Niederlanden werden Haus- und Grundbesitzer immer für die Beseitigung von Plantagen verantwortlich gemacht. Sie müssen auch die Kosten tragen, da in den seltensten Fällen die wirklichen Täter ermittelt werden können. Wer sich bei der Aktion "Grünes Gold" einschreibt, erhält jetzt nur noch eine Benachrichtigung, dass auf dem Areal eine illegale Plantage entdeckt und beseitigt worden ist. Damit entfällt auch der Konflikt mit dem Finanzamt. Denn die Steuerfahnder beginnen sofort mit Ermittlungen gegen den Immobilienbesitzer, also auch gegen Bauern, auf deren Fläche oder in deren Gebäuden Plantagen entdeckt wurden. Das konnte bisher sehr teuer werden. FRAGE DES TAGES

(RP)