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Nettetal: Millionen unter Gewinnern verteilt

Nettetal : Millionen unter Gewinnern verteilt

"Wir möchten von der Glücksfee bedient werden", sagen viele Kunden der Lotto-Annahmestelle Withofs an der Kehrstraße 41. Ihre Glücksfee ist die 84-jährige Inge Kühnel, die tatsächlich indirekt auch daran beteiligt war, dass Lottospieler aus Kaldenkirchen und Umgebung sechsstellige gewinne oder sogar Millionen mit ihren Zahlen gemacht haben.

Doch damit ist jetzt unwiderruflich Schluss. Die Lotto-Fee bei Withofs hatte am Samstag ihren letzten Arbeitstag. Die rüstige alte Dame muss nun doch ihrem Alter Tribut zollen. Das Stehen fällt ihr zunehmend schwer. "Meine Knochen wollen nicht mehr so", sagt sie und lächelt wehmütig.

Inge Kühnel begann, als das Lotto-Spiel eingeführt wurde. 1954 arbeitete sie in der einstigen Elda-Bücherei an der Kehrstraße 65, die damals noch Hochstraße hieß. Das war ein Laden neben der Gaststätte Bousselot, in der heute Deutsche Bank und Optik Volpp ihre Geschäfte machen. Elda war eine Abkürzung und stand für Elisabeth Dahlschen. Unterstützt wurde sie von ihrem Ehemann Georg, der ein Gründer des Tabakkollegiums Kaldenkirchen war.

Später war das Geschäft an der Kehrstraße 28a, neben dem "Alten Brauhaus", jetzt Kehrstraße 41, früher Rad Teeuwen. Nach den Eheleuten Dahlschen führten Tochter Hildburg und Schwiegersohn Joachim das Geschäft. Es folgte für zehn Jahre Helmut Hammermann, und seit 1998 gehört es Dieter Withofs, der auch das Geschäft an der Kölner Straße 5a führt.

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Heutzutage werden Gewinne über 500 Euro direkt auf das Konto überwiesen. Das war früher nicht so. Gewinne wurden im Lotto-Geschäft bar ausgezahlt. "Ein Niederländer gewann einmal 250 000 Mark", erinnert sich Inge Kühnel. "Aber es gab auch Gewinne von einer Million Mark und auch in Euro," berichtet sie. Mittlerweile stammt die Hälfte der Lottospieler aus den Niederlanden. "Wir hatten Zeiten, da waren nur 20 Prozent der Lotto-Kunden Deutsche", bestätigt Dieter Withofs.

Es gab einstmals auch "Sammler". Sie sammelten in den Niederlanden die Lottoscheine und gaben sie gebündelt in Kaldenkirchen ab. Dabei zweigten sie natürlich etwas für sich ab. Inge Kühnel hat sehr viele Erinnerungen. Dazu gehört die von einem wohlhabenden Kunden, der einen großen Betrag im Lotto gewonnen hatte. "Er gab uns — wir waren damals vier Kolleginnen — jeder 100 Mark", sagt sie und lacht: "Dafür haben wir uns spontan Schuhe gekauft."

(sa)