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Nettetal: Pferd Anton hilft Kindern

Nettetal : Pferd Anton hilft Kindern

Das Familienzentrum des Roten Kreuzes bietet seit elf Jahren therapeutisches Reiten für Kinder an. Der Umgang mit dem Tier bietet für jedes Kind eine individuelle Möglichkeit der Förderung.

Der fünfjährige Peter ist total entspannt, seit einigen Minuten liegt er bäuchlings auf Pferd Anton und genießt seine schaukelnden Bewegungen. "Das Pferd hilft dem Kind", weiß Jeannette Platen, Erzieherin im DRK Familienzentrum "Inkita". Seit elf Jahren bietet die integrative Kindertagesstätte des Roten Kreuzes "heilpädagogisches Reiten" an, das zum festen Bestandteil der Einrichtung geworden ist.

Erzieherin und Reittherapeutin Jeannette Platen, selbst leidenschaftliche Reiterin, führt einmal wöchentlich mit der Heilerziehungspflegerin Jana Kubenka das heilpädagogische Reiten durch. Der Umgang mit dem Pferd steht dabei im Vordergrund. "Das Kind lernt dabei, seine Selbstwahrnehmung in Bewegungsprozessen zu verbessern", sagt die Reittherapeutin. Dabei ist es egal, ob bei den Kindern motorische, sozial-emotionale, wahrnehmungsbedingte oder sprachliche Schwierigkeiten im Vordergrund stehen – "Anton" bietet für jedes Kind eine individuelle Möglichkeit der Förderung.

Persönlichkeit entwickeln

"Jedes Kind nimmt durch seine individuelle Art irgendwie Kontakt zu dem Pferd auf", erläutert Jeannette Platen. Auch Timo hat im Laufe seiner Kindergartenzeit schon mehrmals das Reit-Angebot der Einrichtung angenommen. "Ich füttere Anton auch schon mit einem Apfel", sagt er selbstbewusst und streichelt den Haflinger ganz unbekümmert.

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Wie sehr das heilpädagogische Reiten die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes prägt, ist auch bei Ruben festzustellen. Vor zwei Jahren saß er noch ganz verkrampft auf dem Pferd, heute blättert er wie selbstverständlich während des Reitens in einem Bilderbuch. Der dreijährige Mio ist zum ersten Mal im Reitstall von Karl Heimes in Schaag. Nur widerwillig lässt er sich von Jeannette Platen zu Pferd Anton bringen, zögerlich hält er sich am Sattelgriff fest. Langsam führen die beiden Erzieherinnen Anton durch den Stall. Mio wird immer lockerer, und als er wieder bei seiner Mutter angekommen ist, lacht er schüchtern in seinen Jackenkragen hinein.

Auch für Amelie ist die Zeit zu Ende, aufgeregt winkt sie ihrer Oma zu, sie darf beim Abschlussreiten des Kursus am Mittwoch, 23. November, sogar den zuschauenden Eltern und Großeltern einige Kunststücke auf dem Pferd demonstrieren. Und vielleicht nimmt sie Oma Jakobine ja demnächst einmal bei einem Ausritt mit. "Ohne die finanziellen Spenden, insbesondere des Lions Club und der Werbegemeinschaft Kaldenkirchen Aktiv, wäre das Angebot des Familienzentrums nicht umzusetzen", bedankt sich Jeanette Platen bei den Sponsoren..

(ivb)