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Nettetal: Und morgens weckt der Stau

Nettetal : Und morgens weckt der Stau

Jürgen II. und Carina I. regieren seit dem Wochenende Nettetals Narren. Das Paar vertritt die tiefblauen Farben der 77 Jahre alten Gesellschaft "Alles det met" aus Kaldenkirchen. In der Mühle wurde vor allem getanzt.

"Fast wie ein Musical", staunte Raimund Nothen vom Kaldenkirchener Karnevals-Verein (KKV) am Rande der Prinzenproklamation. Bürgermeister Christian Wagner lockerte seine Rede zur Proklamation des neuen Nettetaler Stadtprinzenpaares damit auf, dass das Musik Team verabredungsgemäß musikalische Einsprengsel zwischen die Verse schob.

Wagner verabschiedete im Saal "Zur Mühle" Norbert I. und Agnes I. (Feldges), als "jecke Regenten mit viel Komplimenten". Dann führte er Jürgen II. und Carina I. (Bockholt) offiziell ein: "Denn 2012 ist Kaldenkirchen Nettetals Mekka, das läuft im Karneval ganz ohne Gemecker!" Jürgen und Carina bedankten sich in ihrer Regierungserklärung für die Errichtung der Ludbach-Passage, durch die der Nettetaler jeden Morgen mit heimischen Staumeldungen geweckt werde. Den Bürgermeister baten sie humorvoll, im Gewerbepark eine karnevalistische Fakultät zu einzurichten, damit das Niveau gesteigert werden könnte.

Eigenes Programm

Das Programm gestalteten fast ausschließlich eigene Kräfte, darunter natürlich auch die im 77. Jahr bestehende Gesellschaft mit den elf Buchstaben "Alles det met", die Kolpingsfamilie und die benachbarten Löther Rieser. Für das "Hoppeditz-Erwachen" sorgten 42 (!) Tänzerinnen von Alles det met. Ihnen folgte die Tanzgarde "Blau-weiß" der "Fidele Heide" aus Lobberich, die eine anfangs falsch eingelegte Musikkassette nicht aus dem Tritt brachte.

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"Alles det met" sang nach der Melodie "Highland Cathedral" einen regional umgemünzten Text von Birgitta Ronge. In der Mini-Garde tanzte die Prinzenpaartochter Marie den Ehrentanz mit. Den tänzerischen Höhepunkt zeigten Katrin Geraats (20), Pia Siebers (10) und Tatiana Willers (18). Michael Janz in einer "Doppelrolle", als "Janz jelb" und in der bunten anderen Hälfte "jeck" gefiel dem närrisch gestimmten Publikum ebenso wie das bewährte Duo Jan und Jonas (Hans Bernd Peters und Leo Bontenackels). Das galt auch für viermal "Stretep", nämlich Hans-Bernd, Hans Gerd, Christian und René Peters, deren anstrengende und lustige Tanzdarbietung viel Beifall erhielt. Sie alle kamen von der Kaldenkirchener Spielgemeinschaft Kolping.

"Aschermittwoch for one" auf Leuther Art lieferten die Rieser. Die Vorsitzende Renate Bein als Mariechen und Stefan Kox als "Manes" sowie Jürgen Jansen mit der "Rede mit dem meisten Text" erinnerten an den ewigen Silvester-Sketch Diner for one. Am Ende erklang — natürlich — "Hoch Kaldenkirchen", für manche mit bereits sehr in Anspruch genommener Stimme und teilweise feuchten Augen. Die Hymne leitete über in den Tanz bis zum frühen Morgen.

(sa)