Basketball: "Wir sind zufrieden, mit welcher Begeisterung das Team auftritt"

Basketball : "Wir sind zufrieden, mit welcher Begeisterung das Team auftritt"

Der Lintforter Basketballtrainer über die abgelaufene Saison und die Pläne für die Zukunft.

Herr Liebke, wie haben Sie und die Mannschaft die Niederlage im letzten Saisonspiel gegen Frintrop, die den Titel kostete, verdaut?

Oben: Joel Aminu steht für den Jugendstil bei der BGL. Unten: Trainer Tobias Liebke (r.) im Gespräch mit seinem Assistenten Michael Deininger. Foto: Siwe

Tobias Liebke Das war ein ganz, ganz bitterer Moment. Wir waren alle traurig und frustriert. Aber es war beeindruckend, dass es in Essen keine Schuldzuweisungen gab. Das hat mir gezeigt, wie stark das Teamgefüge ist. Dennoch haben wir alle Abstand gebraucht, der eine mehr, der andere weniger. Deswegen kommen aktuell auch nur die zum Training, die Lust haben. Allerdings hat man schon bei unserer Abschlussfeier gemerkt, dass die Zufriedenheit mit der gesamten Saison auch bei den Spielern überwiegt.

Was hätten Sie eigentlich gesagt, wenn Ihnen nach dem Abstieg der vorigen Saison jemand die aktuelle Situation angeboten hätte?

Liebke Ich hätte natürlich sofort eingeschlagen. Denn dass sich die Mannschaft und das Umfeld so gut entwickeln, war ja nicht sicher. Wir sind natürlich sehr zufrieden damit, mit welcher Begeisterung die Mannschaft auftritt und für welche Resonanz das bei uns in der Halle sorgt. Daran haben die Spieler einen großen Anteil, die sich stark eingebracht und versucht haben, alles für das Team möglich zu machen.

Da sind wir ja schon fast bei Ihrem Fazit für die abgelaufene Saison.

Liebke Das fällt aus den genannten Gründen natürlich sehr positiv aus. Hinzu kommt noch, dass wir es geschafft haben, eine Mannschaft aufs Feld zu bringen, in der junge Spieler nicht nur die Bank auffüllen, sondern wichtige Rollen spielen. Bestes Beispiel ist Joel Aminu mit seinen gerade mal 17 Jahren. Insgesamt hat die Mischung einfach gestimmt.

Apropos Joel Aminu, ein solches Talent weckt sicher Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen.

Liebke Das ist so, aber Joel macht nächstes Jahr Abitur in Kamp-Lintfort. Deswegen wird er neben der U 19-Bundesliga weiter bei uns spielen. Wenn er irgendwann geht, um höherklassig zu spielen, sind wir nicht böse, sondern stolz.

Was ist aus Ihrer Sicht notwendig, um den eingeschlagenen Weg fortzuführen?

Liebke Das Wichtigste ist, dass wir die zweite Mannschaft noch enger an die erste heranführen. Zum einen, um für noch mehr Konkurrenz zu sorgen, zum anderen, um die Jugend noch besser an den Erwachsenenbasketball heranführen zu können. Um das zu vereinfachen, werden ich in Zukunft beide Mannschaften trainieren.

Wie es aussieht, kommt die BGL ja noch durchs Hintertürchen in die 2. Regionalliga. Dennoch mussten Sie zweigleisig planen. Wie hat das funktioniert?

Liebke Das war gar nicht so schwer, da für uns ohnehin keine Spieler in Frage kommen, die ein Engagement bei der BG Lintfort von der Spielklasse abhängig machen. Wir werden nicht offensiv nach Spielern suchen. Es haben sich zwar ein paar Jungs angemeldet, die mal beim Training vorbeischauen wollen, aber da müssen wir sehen, ob es passt. Ich glaube aber auch nicht, dass wir uns unbedingt verstärken müssen, um uns in der 2. Regionalliga zu halten.

DAVID BEINEKE FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

(RP)
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