Tennis: TC Moers 08 muss wohl bis zum Schluss zittern

Tennis : TC Moers 08 muss wohl bis zum Schluss zittern

In der Tennis-Bundesliga der Damen sieht es nach einer spannenden Saison aus. Der Abstieg wird wohl erst am letzten Spieltag entschieden.

DETLEF KANTHAK

Das Wellenbad der Gefühle, das Stefan Hofmann am Sonntag durchlebte, hätte gar nicht größer sein können. Der Manager des Damen-Tennisbundesligisten TC Moers 08 litt und jubelte mit seinen Spielerinnen, ehe der 6:3-Sieg beim in den vergangenen Jahren zum Angstgegner aufgestiegenen Berliner Tennisclub TC 1899 Blau-Weiß unter Dach und Fach war. Innerhalb von 48 Stunden hatte der Moerser Bundesligist mit den Erfolgen gegen Aufsteiger Amberg und in der Hauptstadt somit zwei wichtige Siege errungen. Das hätte eigentlich reichen sollen, um den Klassenerhalt zu feiern.

Nur, nach einem Gläschen Schampus mit den müden Spielerinnen anzustoßen, war Hofmann angesichts des Resultats, das zur gleichen Zeit aus Stuttgart eintrudelte, dann auch nicht mehr. Der TEC Waldau leistete sich eine überraschende 4:5-Niederlage gegen den TK Aachen, den zweiten Neuling der Liga. Hofmann bilanzierte blitzschnell. "Diese Spannung hätten wir uns gerne erspart", erklärte der Manager mit Blick auf die Tabelle nach dem vierten Spieltag. Drei Spielrunden vor Ende der Saison spielen Bocholt und Ratingen ihr inzwischen schon gewohntes Duell um die Meisterschaft einmal mehr in einem Dialog mit klärender Aussprache am letzten Saisontag aus. Dahinter wird freilich kräftig lamentiert. Vier Mannschaften bangen um ihre Zukunft in der Ersten Liga, während für Amberg der Zug schon abgefahren sein dürfte. "Es wird wohl wieder so wie vor einem Jahr kommen", übte sich Hofmann als Prophet. "Die Entscheidung über den Abstieg wird erst in letzter Sekunde fallen. Und es könnte einmal mehr einen Verein treffen, der jetzt noch nicht daran glaubt", mutmaßt der erfahrene Teamleiter der Moerserinnen.

Der Blick auf die Tabelle lässt dies erkennen. Nach dem vierten Spieltag belegen Berlin und Moers mit je zwei gewonnenen Spielen den dritten und vierten Rang. Dahinter haben sich Stuttgart und Aachen mit je einem Sieg eingeordnet, während Amberg schon abgeschlagen den letzten Rang belegt. Am 1. Juni, dem nächsten Spieltag, stehen das Aachener Team im Heimspiel gegen Bocholt und 08 in Ratingen vor undankbaren und nur schwer lösbaren Aufgaben. "Da sollten wir uns besser nichts ausrechnen", weiß Hofmann. Waldaus Team hat zur gleichen Zeit aber die Möglichkeit, mit einem Sieg in Amberg verlorenen Boden gutzumachen. "Der TEC steht jetzt mächtig unter Druck, aber die Chance wird er sich nicht nehmen lassen", sagt der Moerser Manager, der glaubt, dass nach dem Spieltag drei Mannschaften je vier Punkte aufweisen werden.

Am vorletzten Saisonspieltag, an dem 08 spielfrei ist, kann Aachen sich nach dem Duell der beiden Liganeulinge noch dazugesellen. Berlin (gegen Bocholt) und Stuttgart (in Ratingen) sollten keine Punkte einplanen. Der Showdown wäre somit perfekt: Im Saisonfinale am 8. Juni würden sich dann Bocholt und Ratingen zur Titelvergabe treffen, während in den Duellen zwischen 08 und Aachen sowie Stuttgart gegen Berlin die Abstiegsfrage geklärt wird. Da wird es also noch einige Wellenbäder geben, ehe ein Happy-End in Sicht ist.

(dk)
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