Fußball-Landesliga SV Budberg wischt im Derby die letzten Zweifel weg

Rheinberg · Der Aufsteiger feiert in der Fußball-Landesliga mit dem 3:1-Heimerfolg über den SV Scherpenberg den Klassenerhalt. Ein Banner sorgt für ordentlich Diskussionsstoff. Moritz Paul erzielt einen Doppelpack.

 Dmytro Shevchenko (Nummer 26) erzielte sein erstes Tor für den SV Budberg.

Dmytro Shevchenko (Nummer 26) erzielte sein erstes Tor für den SV Budberg.

Foto: Jakob Klos

Der SV Budberg hat seinen ersten Pflichtspielsieg gegen den SV Scherpenberg seit 2013 eingefahren und die starke Heimserie mit dem 3:1-Erfolg (1:1) ausgebaut. Der Klassenerhalt in der Landesliga ist damit endgültig gesichert. Den neuen Tabellenfünften trennen bei noch sechs ausstehenden Spielen 18 Punkte vom ersten Abstiegsplatz. Die SpVgg Steele ist in dieser Saison nur noch fünf Mal im Einsatz.

Budbergs Trainer Tim Wilke rotierte im Vergleich zum 2:0-Sieg in Rellinghausen zurück und setzte im Derby auf seine bewährte Startelf. Den besseren Start gegen zunächst zurückhaltende Hausherren erwischten die personell gebeutelten Gäste. Marcio Blank brachte Scherpenberg aus leicht abseitsverdächtiger Position mit der einzigen echten Chance in Führung (14.).

 „In Scherpenberg stirbt der Amateurfußball“ steht auf dem Banner, das für Diskussionen am Platz sorgte.

„In Scherpenberg stirbt der Amateurfußball“ steht auf dem Banner, das für Diskussionen am Platz sorgte.

Foto: Jakob Klos

Budberg fehlte lange die gewohnte Intensität. Der Trainer stellte um. Kurz vor der Pause war dann wieder mal Moritz Paul zur Stelle. Der Angreifer erzielte sein 35. Saisontor (38.), nachdem Fynn Eckhardt vorne einen entscheidenden Pressschlag gewann und den Stürmer in Szene setzte, der den Keeper gekonnt austanzte. Die Atmosphäre unter den 450 Zuschauern am Rand war gut. Das SVB-Fanprojekt holte mit einem großen, über die gesamten 90 Minuten auf der Gegenseite der Trainerbänke befestigten Banner gegen den Nachbarn aus Moers aus: „In Scherpenberg stirbt der Amateurfußball“, so die Aufschrift. Wohl eine Anspielung darauf, dass in Budberg im Gegensatz zur Konkurrenz nach wie vor keine Spielergehälter gezahlt werden.

In der zweiten Hälfte waren die Budberger drückend überlegen. Allein Moritz Paul vergab noch mehrere Hochkaräter. In der 72. Minute drehte Dmytro Shevchenko das Spiel für die Gastgeber und krönte seine starke Leistung. Für den ukrainischen Innenverteidiger war es das Debüt-Tor im Trikot des SV Budberg. Moritz Paul schnürte wenig später seinen nächsten Doppelpack und traf zum 3:1-Endstand.

„Wir hatten das Spiel nach der Führung in der Hand und legen den Ausgleich durch einen dummen Ballverlust selbst vor. Wir wussten um die Kopfballstärke von Moritz Paul und wollten ihn doppeln. Leider waren wir nicht achtsam genug und nach dem 1:2 zu unsicher“, resümierte SVS-Coach Ralf Gemmer, der das Budberger Plakat nicht groß kommentieren wollte. „Da muss man sie selbst fragen, wie das zu deuten ist.“

Wilke ließ das Spruchband ebenfalls unkommentiert. Er kam gar nicht mehr hinterher, die Glückwünsche zum Klassenerhalt zu beantworten, als er mit der Mannschaft schon beim Essen weilte. „Das ist nicht meine Baustelle, sondern die Meinung der Fans, die uns seit Jahren unterstützen. Ich kann nicht stolzer auf meine Mannschaft sein. Wir haben den Gegner hinten raus komplett eingeschnürt.“ Beide Teams sehen sich schon am Pfingstmontag (20. Mai) zum Kreispokal-Finale in Neukirchen-Vluyn wieder.

Budberg: Anders; Kömpel, Shevchenko, Häselhoff, Twardzik, Terfloth (90.+3 Vana), Eckhardt (90.+1 Beerenberg), Mordt (46. Nowak), Hahn (87. Umberg), Weyhofen (83. Franke), Paul.

Scherpenberg: Hauffe; Kuipers, Badnjevic, Möllering, Grlic (80. Grillemeier), Gesemann, Grevelhörster, Gronemann (80. Akdeniz), Werner (67. Bougjdi), Kretschmer, Blank.

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