Handball TuS Lintfort: Keine Schuldzuweisungen bei TuS-Frauen

Handball TuS Lintfort : Keine Schuldzuweisungen bei TuS-Frauen

Während der TSV Haunstetten unter Tränen seinen Erfolg feierte, waren die Lintforter Handballerinnen nach der Niederlage im Relegationshinspiel zum Aufstieg in die Zweite Bundesliga zwar enttäuscht, aber nicht ohne Hoffnung.

Herzlichkeit und Emotionen wurden in der Partie zwischen dem TSV Haunstetten und dem TuS Lintfort großgeschrieben. Vor der Partie lagen für die Fans der Gastgeberinnen rote Trikots, die Farbe des Vereins, zum Verkauf aus. Und es gab kaum einen Zuschauer, der daran vorbeigehen konnte. Außerdem waren auf den Sitzen noch Papptafeln in Vereinsfarben zu finden, die stolz hochgehalten wurden, als die Gastgeberinnen einliefen. Mit extrem viel Herzblut wurden dann beide Mannschaften über die gesamte Spielzeit lautstark angefeuert. Der Pegel erreichte sogar solche Ausmaße, dass der Hallensprecher kaum noch zu verstehen war.

"Ich versuche ja schon, so laut wie möglich in das Mikro zu sprechen, aber ich bin mir nicht sicher, dass mich überhaupt jemand versteht", sagte Gernot Graw-Behrendt, der die Ereignisse auf dem Spielfeld verbal begleitete. Noch schwieriger hatten es da die Trainer. Während Herbert Vornehm erst gar nicht versuchte, stimmlich gegen diesen Hexenkessel anzugehen, schrie die Lintforter Trainerin Bettina Grenz-Klein lautstark Anweisungen auf das Spielfeld, um ihren Schützlingen zu helfen. Ihr Bemühen hatte indes keinen Erfolg, denn ihre Spielerinnen konnten sie schlicht und ergreifend nicht verstehen.

In der Abwehr packten Patricia Horner (l.) und Franziska Cappek kräftig zu. Dennoch avancierte Tatjana van den Broek zur besten TuS-Spielerinnen. Eine Bilderserie zum Spiel gibt's unter www.rp-online.de/moers. Foto: M. Hochgemuth

Emotionen pur gab es dann nach dem Schlusspfiff. Frenetisch von den Fans gefeiert, schnappte sich Sabrina Duschner, die zweitbeste Torschützin von Haunstetten, das Mikrofon. Weinend bedankte sich bei den Zuschauern für die tolle Unterstützung. Auch bei ihren Mannschaftskolleginnen floss die eine oder andere Träne. Nicht anders bei den Gästen, insbesondere Tatjana van den Broek, die herausragende Spielerin dieser Partie, war die tiefe Enttäuschung deutlich anzusehen. "Wir werden das noch schaffen", machte sie sich mit feuchten Augen Mut für das Rückspiel. Trotz einiger Fehler auf Lintforter Seite gab es keine Schuldzuweisungen. Tröstend nahm Vanessa Dings ihre Mitspielerin Alina Grijseels in den Arm. "Mach dir keinen Kopf, wir haben ja schließlich noch ein Spiel", so Dings, die bei den Gästen eindeutig zu den Aktivposten zählte. Auch kein böses Wort hab es über die etablierten Kräfte wie Eefje Huijsmans, Yvonne Fillgert oder Prudence Kinlend, die in diesem wichtigen Spiel nicht gerade ihren besten Tag erwischten.

Besonders Kinlend machte nicht den frischesten Eindruck, was bei der Vorgeschichte auch nicht weiter verwunderte. Tags zuvor war sie noch mit dem TuS Weibern in der Abstiegsrelegation der Ersten Liga unterwegs. Es ging um nichts mehr, denn das Team aus der Eifel hat den Klassenerhalt längst geschafft. Die Absprache war, dass die torgefährliche Rückraumspielerin maximal eine Halbzeit zum Einsatz kommen sollte. Daran schien sich in Weibern allerdings niemand mehr zu erinnern, denn Prudence Kinlend war von der ersten bis zur letzten Sekunde auf dem Parkett. "Das ist einfach eine Unverschämtheit und ich bin richtig sauer", ärgerte sich Bettina Grenz-Klein. "Wir haben Weibern zuletzt zweimal geholfen und dann diese Aktion."

(ut)
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