Moers: Gymnasiasten entdecken die Helden der Neuzeit in Europa

Moers: Gymnasiasten entdecken die Helden der Neuzeit in Europa

Am "Grafschafter" ging es um Columbus, da Vinci und andere Wegbereiter der Idee vom "freien Individuum". Staatskanzlei belohnte die Schüler mit einem Preis.

Gibt es ein zentrales europäisches Kulturerbe, das Europa kennzeichnet, heraushebt und doch universell ist? Diese Frage stellte sich der 12er Philosophie-Kurs des Grafschafter Gymnasiums (GGM) im Rahmen von Projekttagen. Das freie Individuum sei das zentrale Kulturerbe Europas, lautete die Antwort. Damit war die Idee für das Europaprojekt 2018 geboren. Alle Schülerinnen und Schülern der Klassen acht bis zwölf starteten im Dezember 2017 mit der Umsetzung des Projektes. "Erstmalig konnten wir auch die Jahrgangsstufen acht und neun für das Projekt begeistern", freute sich Philosophielehrer und Organisator Bernd Klähn. Als Mentoren begleiteten das Projekt die Schüler Ali Abou Hamdan, Sina Stoll, Kim Guijo Czysch und Adiana Knitsch Gil, welche speziell darauf acht gaben, dass die einzelnen Projektgruppen die Kernfrage nicht aus den Augen verloren. Weiterhin unterstützten die Mentoren ihre Mitschüler bei der Präsentation der erarbeiteten Erkenntnisse.

Die Mühe zahlte sich aus. Zum vierten Mal konnte das Gymnasium den Europaförderpreis der Staatskanzlei Düsseldorf in Höhe von 2000 Euro gewinnen. Jetzt wurden die Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert. Die Mentoren begrüßten die Gäste und gaben im Rahmen einer Podiumsdiskussion einen Überblick über die Vorläufer und "Helden" der Neuzeit - Christopher Columbus, Leonardo da Vinci, Martin Luther, Galileo Galilei und René Descartes. Sie hätten "gegen alle ,äußeren Autoritäten' die innere Selbstgewissheit des modernen Europas geprägt", hieß es auf einem Infozettel der Schüler. Einen besonderen Gruß an das Projektteam gab es per Post vom Ministerpräsident Armin Laschet. Er hob lobte das Engagement der Schüler und beglückwünschte das Gymnasium zu der erneuten Auszeichnung.

Im Anschluss stellten die Schülerinnen und Schüler die Wegbereiter der Idee vom "freien Individuum" näher vor. Columbus sei sich trotz vieler Widersacher treu geblieben und habe sich als Individuum seinen eigenen Weg gesucht, hieß es. Leonardo da Vinci präsentierten die Schüler mithilfe von Plakaten als Künstler und Wissenschaftler. Beide Facetten zeigten, dass er die Schönheit im Individuellen gesehen und dargestellt habe. Auch in der Präsentation über Luther ging es um seine Idee von Individualismus. Die Station über Galilei ergänzte die Vorträge mit drei Experimenten und vermittelte seine Ansicht, "dass jeder beliebige Mensch durch einfaches Experimentieren in der Lage ist, Naturgesetze zu finden, die überall im Kosmos gültig sind". Descartes habe die Entwicklung der inneren Autorität und die Gedanken seiner Vorgänger im berühmten Satz "Ich denke, also bin ich" zusammengefasst.

Abschließend griffen die Mentoren noch einmal die Eingangsfrage auf. Das Kulturerbe, welches Europa kennzeichnet und heraushebt, sei die Individualität, erklärten sie. "Jeder Mensch ist angeregt, selbst und selbstständig zu denken, zu entscheiden, zu handeln und zu gestalten, unabhängig von Äußeren Autoritäten wie Kirchen, Staaten, Firmen oder Medien".

(RP)