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Europa-Projekt am Grafschafter Gymnasium Moers: Schüler spüren der Schönheit nach

Grafschafter Gymnasium Moers : Schüler spüren der Schönheit nach

Das Grafschafter Gymnasium ist zum fünften Mal für ein Europa-Projekt ausgezeichnet worden.

Das Schönheitsideal der Menschen wandelt sich im Laufe der Zeit – das wurde beim Abschluss des Europa-Projekts am Grafschafter Gymnasium deutlich. Die Schüler Daniel Kühne und Nancy Farouk moderierten einen Streifzug durch die Jahrtausende. Sie erzählten von „fast magersüchtigen“, möglichst haarlosen Körpern im alten Ägypten, vom „Kindchenschema“ und geschminkten Männern in der Renaissance, von fülligen Frauen und perückentragenden Herren im Barock, vom androgynen Frauenideal der 1920er Jahre. „Visuelles Schubladendenken erleichtert den Umgang mit Menschen“, sagten die Moderatoren. Und heute: Was empfinden wir als schön, in Moers, Deutschland, Europa? Bestimmen wir selbst, was und wer schön ist? Oder wird es uns zum Beispiel von den Medien vorgegeben?

Eine Woche lang hatten sich Schüler und Schülerinnen der Jahrtgangsstufen neun bis elf in einem Europa-Projekt mit dem Thema befasst. Sie blickten in die Geschichte, recherchierten, was Philosophen über Schönheit zu sagen hatten, spürten der Frage nach, wer heutzutage bestimmt, was schön ist. Die Schüler bastelten Aufsteller mit zahlreichen Fotos, etwa aus Zeitschriften, sowie Texten. Die zahlreichen Tafeln bildeten am Abschlusstag in der Aula eine Art Parcours. Nach der „Zeitreise“ durften Schüler zwischen den Aufstellern flanieren und darüber nachdenken, was und warum sie jemanden (sich selbst?) als schön empfinden. Dabei half ein Fragebogen, auf denen anzukreuzen war, was ein Schönheitsmerkmal ist und was weniger – klein, groß, muskulös, kleine Augen, große Augen, Markenkleidung und so weiter. Anschließend waren alle Mädchen und Jungen zu einer Podiumsdiskussion eingeladen.

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Für das Europa-Projekt ist das Grafschafter-Gymnasium zum fünften Mal in Folge vom NRW-Europaministerium ausgezeichnet worden. „Darauf sind wir sehr stolz“, sagte Lehrerin Bianca Hafer, die das Projekt zusammen mit ihrem Kollegen Spyros Bertermann betreut hat. „Europa: gemeinsame Werte, gemeinsame Zukunft“ lautete das vom NRW-Europaministerium vorgegebene Motto. Der etwas sperrige Titel des Projekts am Grafschafter Gymnasium lautete „Individuelle Selbstgestaltung als gelebte Hoffnung oder Warum individuelle Schönheit für Europäer so wichtig ist“. Der Erfolg verpflichtet: Im nächsten Jahr will die Schule erneut mit einem Europa-Projekt punkten.

Was nun tatsächlich „schön“ ist, musste am Ende wohl jeder für sich selbst entscheiden. Wie hatte Schulleiterin Astrid Czubayko-Reiß es ausgedrückt? „Über Geschmack lässt sich nicht streiten, aber im Rahmen dieses Projekts trefflich nachdenken und debattieren.“ Daniel Kühne und Nancy Farouk hatten bereits am Anfang der Veranstaltung ein schönes Fazit vorweggenommen: „Im Endeffekt zählt nur, wie wir uns selbst sehen und dass wir uns innerlich und äußerlich mögen.“ Stimmt!