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Moers: 500.000 Euro mehr für Asylbewerber

Moers : 500.000 Euro mehr für Asylbewerber

Die Zahl der Menschen, die in Moers Asyl beantragen, steigt wie überall in Deutschland stetig an. Bereits jetzt ist absehbar, dass die vorhandenen Unterkünfte nicht ausreichen. Die Stadt rechnet mit erheblichen Mehrkosten.

Jahrelang war es still um die drei städtischen Asylbewerberunterkünfte in Moers. Die Unterkünfte waren nur schwach ausgelastet. Doch seit einiger Zeit steigen die Zahlen in Moers wie auch im Bundesgebiet stetig an. Die finanziellen Auswirkungen bekommen jetzt auch die Bürger der hoch verschuldeten Stadt zu spüren. Kämmerer Wolfgang Thoenes will heute Nachmittag im Sozialausschuss eine überplanmäßige Ausgabe von 500 000 Euro in den laufenden Haushalt einstellen lassen. Als Gegenfinanzierung sollen Minderausgaben bei der Kreisumlage dienen. Das Geld hätte sonst für andere Zwecke verwendet werden können. "Die Lage bei den Asylbewerber-Zuweisungen ist noch nicht dramatich", sagt Klaus Janczyk, Sprecher der Stadt Moers, aber wir behalten die Entwicklung natürlich im Blick.

Doch er räumt ein, dass sich die Lage innerhalb kürzester Zeit ändern kann. So warten derzeit noch 5000 Flüchtlinge aus Syrien auf ihre Verteilung auf die einzelnen Kommunen. Es ist naheliegend, dass das Land, dass für die Quotenfindung zuständig ist, zunächst die Menschen zunächst den Kommunen zuweist, die noch Platz haben.

Dazu zählt derzeit noch Moers. Aber auch hier ist das Fassungsvermögen der bestehenden Unterkünfte bald erschöpft. Insgesamt gibt es in Moers 203 Asylbewerberplätze. 94 in den reinen Männerwohnheim an der Franz-Haniel-Straße, 87 in den Familienunterkünften an der Essenberger und 22 an der Asberger Straße. Noch in der vergangenen Woche hielten sich in den Moerser Asylheimen 171 Menschen auf. Die Zahl ist höchstwahrscheinlich schon wieder überholt. Nach einer aktuellen Zählung soll den Mitgliedern des Sozialausschusses heute der letzte Stand mitgeteilt werden.

Wie dynamisch die Entwicklung geworden ist, zeigt ein Vergleich mit den Zahlen der Vergangenheit: 2011 wurden in Moerser Heimen 47 Menschen aufgenommen, 2012 waren es 121, 2013 bis zum 30. Juni 46.

In der zweiten Jahreshälfte sind auch die ersten Flüchtlinge aus dem syrischen Bürgerkriegsgebiet in Moers angekommen. Ob es weitere Zuweisungen gibt, ist derzeit noch unklar.

Offenbar rechnet die Stadt aber damit. Denn auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte Janczyk, dass die veranschlagten 500.000 Euro Mehrkosten von einer Komplettbelegung zum Jahresende ausgehen. Doch es könnten auch weitaus mehr Menschen kommen. "Das ist derzeit zwar nicht absehbar", betont Janczyk, "notfalls könnten wir aber auch Container aufstellen oder die Leute auf dem freien Wohnungsmarkt unterbringen."

Laut Auskunft der Stadt kümmert sich ein Sozialarbeiter um die Flüchtlinge. Der aber ist derzeit erkrankt.

(RP)