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Handball: Lintfort startet mit einer Überraschung

Handball : Lintfort startet mit einer Überraschung

Ohne ihre drei Stammspielerinnen Caroline Mook, Vanessa Idelberger und Prudence Kinlend erwischten die Drittliga-Handballerinnen aus der Klosterstadt einen Saisonstart nach Maß. Sie gewannen beim Favoriten in Fritzlar mit 27:23.

Das war ein Auftakt nach Maß. In der Dritten Liga gewann der TuS Lintfort als Gast des Aufstiegsaspiranten SV Germania Fritzlar überraschend mit 27:23 (12:14). "Ich kann es noch gar nicht glauben", jubelte die Lintforter Trainerin Bettina Grenz-Klein. "Die Mannschaft ist heute über sich hinaus gewachsen. Ich freu mir gerade ein Loch in die Hose." Mit einem Sieg in Fritzlar hatten selbst die kühnsten Optimisten nicht gerechnet, denn die Klosterstädterinnen mussten gleich auf ein Trio verzichten. Caroline Mook weilt noch im Urlaub, Vanessa Idelberger ist verletzt und Haupttorschützin Prudence Kinlend war zeitgleich in der Bundesliga beim TuS Weibern aktiv.

Im Gegensatz zu den Testspielen in der Vorbereitungsphase erwischten die Gäste einen glänzenden Start und lagen nach zehn Minuten mit 4:2 in Front. Das war vor der Partie bereits zu erahnen. Schon in der Aufwärmphase puschte sich die Mannschaft immer wieder hoch. Zudem war dem Team anzumerken, dass es darauf brannte, endlich wieder Handball zu spielen. In der Besprechung vor der Partie betonte die Trainerin noch, dass sie Helden bräuchte und keine Angsthasen, sonst könne man nicht bestehen. Anfangs war es insbesondere Torhüterin Jessica Jochims, die Fritzlar mit ihren Paraden schier zur Weißglut brachte. Aber auch Meike Krogmann erwies sich als sehr treffsicher. Als dann jedoch die ersten Wechsel vollzogen wurden, kam ein Bruch in das Lintforter Spiel. Es wurden vermehrt Fehler produziert, die Fritzlar nutzte, um seinerseits auf 10:5 davonzuziehen.

Nach einer Auszeit der Lintforterinnen schlug die große Stunde von Vanessa Dings, die von Bettina Grenz-Klein eigens für diese Partie reaktiviert wurde. Sie wurde in der Deckung auf der vorgezogenen Position eingesetzt, womit die Gastgeberinnen überhaupt nicht klarkamen. Außerdem wurde Yvonne Fillgert in den Mittelblock beordert und fortan übernahm der TuS wieder das Kommando. Allerdings nicht wie gewohnt über Tempo, sondern mit sehr viel Geduld fuhren die Gäste lange Angriffe, warteten auf die sich bietenden Chancen und kamen wieder auf 9:10 heran. Bis zehn Minuten vor dem Abpfiff führte Fritzlar stets mit einem oder zwei Toren, die Lintforterinnen ließen sich jedoch nicht abschütteln. Auch die Spielerinnen, die bis dahin zwar kämpferisch überzeugten, aber nicht den glücklichsten Tag hatten, übernahmen erfolgreich Verantwortung.

Beispielsweise Kreisläuferin Tatjana van den Broek, die bis dahin nicht ins Schwarze traf, erzielte ihren ersten Treffer auf der für sie ungewohnten Position einer Rechtsaußen. In den Schlusssekunden standen die Auswechselspielerinnen auf der Bank und feierten. Als dann endlich der Abpfiff ertönte, tanzten sie mit ihren Kameradinnen vor Freude im Kreis.

(ut)