Fußball : Ein Anruf und seine Folgen

So etwas habe ich in sieben Jahren als Vorsitzender des Kreisfußball-Ausschusses noch nicht erlebt", sagt Thomas Klingen. Gemeint sind die Umstände des Spielausfalls in der Kreisliga A zwischen TuS Liedberg und Viktoria Rheydt am Sonntag.

Sonntagmorgen erhielt Rheydts Wolfgang Bodewein einen Anruf. Ihm wurde ihm mitgeteilt, dass die Partie in Liedberg aufgrund der Platzverhältnisse abgesagt sei. Diese Information gab er an die Mannschaft weiter. "Wenn man um 11 Uhr aus dem Fenster sah und weiß, dass es in Liedberg nur zwei Rasenplätze gibt, war das eigentlich plausibel", sagt Viktoria-Trainer Doni Karaca. Also reisten die Rheydter nicht an – und wurden vomGegner und Schiedsrichter vermisst. Denn davon, dass das Spiel abgesagt sei, wusste in Liedberg niemand etwas. Hier habe von Vereinsseite keiner die Rheydter informiert. Um das Spiel doch noch auszutragen, war es inzwischen zu spät. Der Urheber des Anrufes war nicht zu ermitteln.

Handelte es sich also um einen bösen Scherz, womöglich von dritter Seite, um sich gegenüber Viktoria im Abstiegskampf einen Vorteil zu verschaffen? "Rheydt hat es versäumt, sich in Liedberg oder bei mir rückzuversichern", sagt Thomas Klingen. Dennoch sind die Umstände so außergewöhnlich und kompliziert, dass Klingen die Rheydter um schriftliche Stellungnahme gebeten hat. Dann wird sich zeigen, ob der Kreisfußball-Ausschuss zu einer Entscheidung kommt oder ob der Fall vor der Spruchkammer landet. Selbst im Falle einer Entscheidung ist das gut möglich, weil Rheydt dann Protest einlegen könnte. SASCHA KÖPPEN

(RP)
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