Mönchengladbach: Test des neuen Trampolinpark Hi Fly

Trendsport Trampolin in Mönchengladbach: Hoch hinaus und prall gegen die Wand

Neuer Tampolinpark in Mönchengladbach - Das ist das Hi-Fly

Alt gegen Jung: Ein RP-Redakteur und ein Praktikant haben den neuen Trampolinpark „Hi-Fly“ getestet. Eine Geschichte von Abflügen, Abstürzen und akutem Bremsenversagen.

Trampolinspringen ist ganz einfach: Mit einigen beherzten Hupfern auf einer federnden Bahn Anlauf nehmen. Dann mit voller Wucht gegen die Wand knallen. Sich dabei in Rückenlage drehen, mopsfidel von der Wand abprallen, elegant auf den Füßen landen und weiterhupfen. Am besten kerzengerade wie ein Känguruh, das einen Besenstiel verschluckt hat.

So sieht es zumindest aus, wenn Timo Ellrich es macht. Der 23-Jährige ist Trampolintrainer und für einige Tage von seinem angestammten Arbeitsplatz im Hildener Trampolinpark „Hi Fly“ in den frisch eröffneten Mönchengladbacher Schwester-Park ausgeliehen. Dort soll er die Kollegen in der Anlage an den Holter Sportstätten einweisen. Genau der Richtige, um unseren Test des Parcours als Vorturner und Trainer zu begleiten. Das ist nett von ihm, hat aber auch einen Haken: Nun sind wir dran mit vor die Wand rennen. Schluck!

So ist’s recht: Tester Christopher Büttgens ist mit seinen 19 Jahren noch geschmeidig genug, einem Känguruh Konkurrenz zu machen. Foto: Bauch, Jana (jaba)

Das Problem ist nämlich folgendes: Tester 1 ist RP-Praktikant Christopher. Er ist 19 Jahre jung und mit einer diesem Alter angemessenen Geschmeidigkeit gesegnet. Tester 2 dagegen ist 54 Jahre jung – und hat schon Mühe, sich an die Tage seiner pantherhaften Motorik überhaupt zu erinnern. Völlig klar ist ihm aber: Mit 54 rennt man nicht mehr so bereitwillig gegen jede Wand.

Anderseits: Seinen Trainer will man ja auch nicht enttäuschen. . . Also los! Die in den Boden eingelassene Trampolinbahn anvisieren. Anlaufen. Hops, hupf, nochmal hupf, Augen zu – und Abflug! Der Rest ist doch bestimmt ein Kinderspiel: Jetzt einfach nur drehen und sich gleichzeitig mit dem Rücken gegen die Wand schmeißen – waaahaaa!

Elegant ist anders: Tester Holger Hintzen hängt im Ninja Parcours schwer in den Seilen.  Foto: Bauch, Jana (jaba)
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Kurze Unterbrechung. Die Wand heißt „Wall Fly“ und ist natürlich weder aus Beton noch aus Holz, sondern ebenfalls ein Trampolin, das in einem Winkel von gefühlten 60 Grad aufragt. Verletzen soll sich im Hi-Fly schließlich niemand. Der Boden rund um die Trampoline ist überall gepolstert. Auch darin sind die knapp vier Millionen Euro geflossen, die Eigentümer Lars Buschmann in den Umbau der Halle von einem Indoor-Spielplatz in einen 4000 Quadratmeter großen Trampolinpark gesteckt hat.

Betreten darf man den Parcours nur in pinkfarbenen oder blauen Socken, mit rutschfestem Gummiprofil. Vor dem Einlass in die weichen Gefilde gibt’s eine Sicherheitseinweisung mit Spielregeln und Infos auch zu den Stationen, an denen nicht nur gehupft wird. Beim „Ninja Parcours“ beispielsweise ist Hangeln und Klettern über einem riesigem Luftkissen angesagt. Auf einer Slackline können sich Besucher als Seiltänzer versuchen, gleich nebenan in der „Battle Box“ können sich zwei Kontrahenten auf einem gepolsterten Balken stehend mit dicken Polsterstangen gegenseitig aufs Kissen wummern.

Die Geschäftsführer Lars (links) und Lasse Buschmann haben in Hilden bereits Erfahrung mit dem Konzept gesammelt. Foto: Bauch, Jana (jaba)

Und ja, die Wandpraller-Station ist auch noch da. Tester 2  knallt da gerade mit Rücken und Steiß gegen die weiche Wand. Die hat ein Einsehen, gibt nach und – überlegt es sich plötzlich anders. Ist es die Schwerkraft, die Fliehkraft oder ein Wunder? Die Wand spuckt Tester 2 gnadenlos wieder aus. Die Rücksturzphase beginnt. Ein schlechter Moment, um festzustellen, dass das Kapitel „Landen“ noch nicht durchgenommen wurde. Aber egal. Die Landung vollzieht sich von ganz alleine. Tester 2 setzt zwar irgendwie mit den Füßen auf, hurra, er hat aber einen unaufhaltsamen Vorwärtsdrang. Akutes Bremsenversagen an beiden Beinen! Die Füße machen, was sie wollen. Tester 2 stürmt unkontrolliert übers Wackelpudding-Parkett. Zu Hilf!

Um es kurz zu machen. Tester 2 hat sich dann doch noch vor Erreichen des Hallenrandes zur Ruhe gestolpert. Und der Trainer hat ihm auch noch erklärt, warum Tester Christopher die Übungen mit wesentlich größerer Eleganz bewältigt. „Je älter man wird, desto schwieriger wird es. Ältere schalten zu sehr den Kopf ein. Die Jungen springen einfach drauflos.“ Tester 2 nickt. Er erinnert sich, schwach.

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