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Mönchengladbach: Graffiti-Workshop mit Johannes Veit

Kursus bei der VHS : Sprüh vor Glück – mit Johannes Veit

Der Graffiti-Künstler zeigte den Teilnehmern eines Workshops der Volkshochschule, wie sie die Sprühflasche halten müssen. Und die fanden heraus, dass das eigene Gefühl ganz wichtig für Gelingen oder Misslingen ist.

„Sprüh vor Glück“: Unter diesem Motto veranstaltete der Künstler Johannes Veit einen ganz besonderen Workshop an der Volkshochschule. Innerhalb von vier Stunden erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes über urbane Graffiti-Kultur und tauchten dann ein in die praktische Arbeit.

Schnell stellte sich heraus: Das eigene Gefühl ist zu Beginn wichtiger als jede Technik. „Ich gebe den Teilnehmern ab und an ein paar hilfreiche Tipps. Aber eigentlich gehen alle hier nach eigenem Gefühl vor“, sagteJohannes Veit, der alle notwendigen Materialien mitgebracht hat.

So ist es zum Beispiel in jedem Falle wichtig zu wissen, wie die Sprühflasche richtig gehalten wird. „Ihr müsst die Flasche senkrecht halten. Die Farbe wird von unten gezogen, wenn ihr die Flasche schräg haltet, passiert gar nichts“, erklärte der Profi.

Mit von der Partie waren auch Christina Becker und ihr Sohn Nic. „Ich versuche eine Eule auf die Leinwand zu bringen, mein Sohn einen Elefanten. Graffiti fasziniert uns. Ich kenne das noch aus meiner Jugend, und mein Sohn hat in der Nachbarschaft eine Garage, auf der er problemlos üben kann. Ich finde so einen Kurs total klasse, man lernt ja nie aus“, sagte sie.

Und damit hat sie Recht. Denn wer nicht übt, bringt maximal unschöne Schmierereien an die Hauswände fremder Menschen. Nicht umsonst hat die Graffiti-Kultur deshalb hier und da immer noch einen schlechten Ruf.

Auch Johannes Veit entgehen die negativen Stimmen rund um die Graffiti-Kultur natürlich nicht. „Das was wir hier machen, ist keine Schmiererei. Das ist Urban-Art. Menschen, die alles vollschmieren, sind meist Anfänger ohne Ideen. Und wenn man hier das Gebäude der VHS mit irgendwas beschmiert, muss man schon wissen das man dafür Ärger bekommt“, erklärt er und fügt lachend hinzu: „Es sei denn, man ist Banksy. Der kann einfach eine Sprühdose gegen die Wand werfen und die Menschen kommen und hämmern das Mauerwerk raus.“ Banksy ist das Pseudonym eines britischen Streetart-Künstlers.

Wer das Sprayen in seiner Freizeit üben möchte, sollte sich informieren. „Es gibt überall Halls, wo man üben und sich verewigen darf. Wichtig ist, das man sich das Einverständnis der Eigentümer holt. Probleme mit fehlendem Platz sehe ich bei uns in der Stadt nicht.“

Leiter Johannes Veit übrigens studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig und sprüht seit 1989. „Ich gehöre quasi zur zweiten Generation. Die erste war so um 1985 herum. Wir haben dieses Jahr unser 30. Jubiläum“, erklärte er. Am Ende des Workshops durfte jeder Teilnehmer sein Kunstwerk mit nach Hause nehmen.