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Ausstellung David Jablonowski und Markus Saile in Mönchengladbach

Ausstellung in Galerie Markus Lüttgen in Mönchengladbach : Gefundenes und Erfundenes

In der Ausstellung „Supension of (dis)belief“ treffen sich Industrie-Abfälle und Pinselspuren. Die Galerie Markus Lüttgen zeigt Werke von Markus Saile und David Jablonowski.

Unterschiedlicher könnten die Arbeiten der beiden Künstler kaum sein: die des Bildhauers David Jablonowski, der Vorhandenes zu neuen Objekten summiert, und die des Malers Markus Saile, dessen Bildwelt auf ein Minimum reduziert ist. Dennoch gibt es etwas, das das Denken und künstlerische Tun der beiden Künstler verbindet: das prinzipielle Nachdenken über das Wesen von Bildhauerei und Malerei als Genres. Auch Farbigkeit und Dynamik von Malerei und Bildhauerei weisen gewisse Ähnlichkeiten auf.

Die Galerie Markus Lüttgen zeigt seit Sonntag Positionen des 39-jährigen, in Amsterdam lebenden David Jablonowski und des 1981 geborenen Markus Saile, der in Köln wohnt und arbeitet. Beide haben eine stattliche Reihe von Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in Galerien und Museen aufzuweisen.

Wenn man die Objekte von Jablonowski betrachtet, sieht man kleine, fast figurativ erscheinende Objekte in Vitrinen, Gestapeltes, das sich einer genauen Beschreibung entzieht, man sieht Sockel, man nimmt geschwungene, raumgreifende Elemente wahr. Das Material bleibt hier und da unklar. Das kann man erfragen oder nachlesen und erfährt: Es ist Metall, Polyurethan, Glasfiber und mehr.

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Was Jablonowski zu skulpturalen Objekten zusammenstellt, ist nicht von ihm gemacht und erfunden, sondern gefunden. Es handelt sich um Industrie-Abfälle, um in 3D-Drucktechniken hergestellte Prototypen. Hier der Entwurf für eine recycelte Parkbank, dort Teile einer Brücke.

Gefundenes zu Assemblagen zu stapeln ist eine Tradition der Kunstgeschichte, die Jablonowski fortsetzt. Mit der Autorenschaft zu spielen ebenfalls. Jablonowskis Dinge erzählen alte Geschichten in neuer Zusammensetzung.

Markus Sailes Malerei ist extrem verhalten in Farbe, Motiv und Format. Manche der Ölbilder auf Holzträger sind klein wie ein Handy-Display, andere mit 13 mal 131 Zentimetern langgestreckt. Er reflektiere, so Saile, das Potential der malerischen Geste: In einem langwierigen Prozess trägt der Maler die Farbe auf, ab und wieder auf.

Diesen Prozess kann der Betrachter an den malerischen Spuren der Bildränder nachvollziehen. Aus dem Untergrund wächst hier und da eine kräftige Pinselspur, die – einem fliegenden Objekt nicht unähnlich – die Illusion von Räumlichkeit auf der zweidimensionalen Fläche erzeugt.

Sailes Bilder bewegen sich auf dem Grat zwischen Fläche und Objekt. Auch dann, wenn er auf Magnetfolie malt und diese um die Ecken eines in der Galerie verbliebenen Metallschranks aufbringt.

Die Ausstellung mit dem Titel „Suspension of (dis)belief“ ist bis zum 22. Januar 2022 freitags von 13 bis 18 Uhr, samstags von 12 bis 16 Uhr geöffnet.