Mönchengladbach: AfD-Professorin will erneut Vortrag in Hochschule halten

Mönchengladbach: AfD-Professorin will erneut Vortrag in Hochschule halten

AfD-Politikerin Karin Kaiser gibt nicht auf. Die gekündigte Professorin der Hochschule Niederrhein will ihren umstrittenen Vortrag "Tod des Rechtsstaats" doch noch halten. Und das will sie in den Räumen der Hochschule tun. Dies war ihr im vergangenen Jahre verweigert worden. Wie Karin Kaiser selbst mitteilte, hat sie nun erneut an den Präsidenten der Hochschule Niederrhein einen Antrag auf Raumnutzung für die im September abgesagte Veranstaltung gestellt. Die AfD-Politikerin, die in ihrer Heimat Schleswig-Holstein für den Bundestag kandidierte, jedoch scheiterte, schreibt: "Gern möchte ich die Veranstaltung noch im Januar 2018 in den Räumlichkeiten der Hochschule in Mönchengladbach durchführen und habe verschiedene Terminvorschläge gemacht. Das Thema ,Tod des Rechtsstaats' hat weiterhin eine große Bedeutung. Um auf die damit verbundenen vielfältigen Probleme aufmerksam zu machen und Änderungen zu bewirken, ist eine breite öffentliche Debatte notwendig..." Die Hochschule bestätigte den Eingang des Antrags. "Wir werden ihn nun prüfen", sagte Hochschulsprecher Tim Wellbrock.

Die Ankündigung der Diskussionsveranstaltung mit der AfD-Politikerin drei Tage vor der Wahl hatte seinerzeit am Campus für viel Aufregung gesorgt. Parteien und Asta protestierten. Die Genehmigung des Antrags auf Raumnutzung wurde vom Präsidium später widerrufen: Die Veranstaltung sei politisch motiviert, und die Hochschule sei zur Neutralität verpflichtet. Die Kündigung der Professorin wenige Wochen später hatte nach Aussage der Hochschule nichts mit diesen Vorgängen zu tun.

Am 16. Januar wird sich das Arbeitsgericht Mönchengladbach mit der Kündigung der Dozentin bei einem Gütetermintermin befassen. Aus den Akten geht hervor, dass die Hochschule Karin Kaiser vorwirft, entgegen ihrer Verpflichtung eine Vorlesung nicht selbst gehalten, sondern an einen Lehrbeauftragten übertragen zu haben. Die Hochschule selbst hatte sich nicht zu den Kündigungsgründen geäußert.

(gap)