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Handball-Oberliga: Mettmann-Sport bejubelt ersten Erfolg in 2022

Handball : Mettmann-Sport bejubelt ersten Erfolg in 2022

Die Mettmanner Oberliga-Handballer liefern der DJK Adler Königshof einen harten Kampf und sind jetzt punktgleich mit dem Tabellennachbarn. Ausgerechnet der angeschlagene Routinier Tim Wittenberg setzt entscheidende Akzente.

Adler Königshof – Mettmann-Sport 26:27 (16:11). Für ein ganz dickes Ausrufezeichen sorgten die Handballer von ME-Sport zu Beginn des neuen Kalenderjahres. Trotz hochkarätiger Abgänge vor dem Jahreswechsel sowie verletzungsbedingten Ausfällen und dem daraus resultierenden personellen Engpass gewannen die Mettmanner bei den Adler Königshof und bewiesen eine tolle Moral. Sinnbildlich für diesen Sieg steht Matchwinner Tim Wittenberg. Das Mettmanner Ur-Gestein plagen seit Monaten Rückenschmerzen, immer wieder muss er beim Training pausieren. In der Schlussphase übernahm gerade Wittenberg, der meist nur in der Abwehr eingesetzt wird, die Verantwortung und zeigte seine Offensivqualitäten mit einer extremen Nervenstärke.

„Es ist der Wahnsinn, was die Mannschaft heute unter diesen personellen Voraussetzungen geleistet hat. Das zeigt, welch gute Moral und auch Teamgeist die Jungs haben“, freute sich ME-Sport-Trainer Andre Loschinski sehr über den Auswärtserfolg zum Jahresstart. Die Gäste schienen von Beginn an hellwach. Der starke Christopher Königs sorgte aus dem linken Rückraum mit einem Doppelpack schnell für eine 3:1-Führung. Die Königshofer ließen sich davon wenig beeindrucken, gestalteten die Anfangsphase in der Folge ausgeglichen und fanden bald ihren Rhythmus. Binnen zehn Minuten zogen die Adler von 5:5 (11.) auf 12:5 (21.) davon.

  • Sebastian Bartmann⇥Foto: Lammertz
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Auch eine zwischenzeitliche Auszeit von Andre Loschinski konnte den Lauf der Gastgeber nicht stoppen. „Es ist eigentlich unerklärlich, warum wir plötzlich eingebrochen sind. Im Angriff haben wir keinen Druck mehr auf den Ball und in der Abwehr keinen Zugriff mehr bekommen“, analysierte der ME‑Sport-Trainer, dessen Mannschaft besonders die Anspiele an den starken Kreisläufer Sebastian Bartmann in dieser Phase kaum unterbinden konnte. Mit einem deutlichen 11:16-Rückstand gingen die Mettmanner in die Pause.

Die Königshofer hielten ihre klare Führung auch nach dem Wiederanpfiff. „In der Halbzeitansprache habe ich den Jungs nochmal klar gemacht, dass wir keinesfalls die schlechtere Mannschaft sind. Entsprechend sind wir im zweiten Durchgang aufgetreten“, wollte Loschinski um jeden Preis verhindern, dass seine Spieler die Köpfe nach dem Fünf-Tore-Rückstand hängen lassen. Nach ein wenig Anlaufzeit kamen die Mettmanner im zweiten Durchgang wieder besser in die Partie. Tim Wittenberg ersetzte auf der Mittelposition Moritz Hebel und setzte immer wieder den stark arbeitenden Sören Falkenberg am Kreis in Szene.

Christopher Königs verwandelte drei Siebenmeter hintereinander, verkürzte damit auf 18:20 und brachte sein Team wieder in Schlagdistanz. Die Mettmanner merkten, dass auch die Kräfte des Gegners nachließen und glaubten wieder an einen Sieg. Trainer und Team schworen sich Mitte des zweiten Durchgangs in einer Auszeit neu ein. Tim Wittenberg erzielte den 21:22-Anschlusstreffer und wenige Minuten später den Ausgleich zum 24:24 (56.). „Das hat natürlich Kräfte freigesetzt“, erklärte Loschinski. Dann ging seine Mannschaft durch einen Tempogegenstoß von Frederic Stein mit 26:25 in Führung. Für den Linksaußen, der erst in der Vorwoche aus der Mettmanner Zweiten ins Oberliga-Team befördert wurde, war es ein Einstand nach Maß. „Für ihn freut es mich riesig“, sagte Loschinski.

In der packenden Schlussphase musste der ME-Sport-Trainer mit ansehen, wie der sonst so sichere Werfer Königs nach der Zwei-Minuten-Strafe gegen den Königshofer Titus Kullen eine Minute vor Schluss mit einem Siebenmeter scheiterte. Doch die Mettmanner Abwehr stand, wehrte den letzten Angriff der Adler ab, um kam so selbst noch mal in Ballbesitz. Moritz Hebel bediente Sören Falkenberg am Kreis – und der konnte nur durch ein Foul gestoppt werden. Den fälligen Siebenmeter verwandelte Tim Wittenberg nach Ablauf der Spielzeit sicher mit einem flachen Wurf und belohnte sich damit für eine hervorragende Angriffs- und Abwehrleistung. Der Rest war grenzenloser Jubel. „Wir sind überglücklich“, ging Loschinski nach dem erfolgreichen Ende im Freudentaumel seiner Mannschaft unter.