Mettmanner bei Mountainbike Marathon So jagt Hauptbrandmeister Rick Steffen die Meister-Pokale

Mettmann · Der Hauptbrandmeister der Mettmanner Feuerwehr wurde zum fünften Mal Deutscher Meister im Mountainbike-Marathon der Feuerwehrleute. Und auch sonst sucht er das Abenteuer abseits befestigter Straße.

 Wenn Rick Steffen einmal auf dem Fahrrad sitzt, ist er nicht mehr zu bremsen.

Wenn Rick Steffen einmal auf dem Fahrrad sitzt, ist er nicht mehr zu bremsen.

Foto: Rick Steffen

Rick Steffen ist eine Klasse für sich. Der Hauptbrandmeister der Mettmanner Feuerwehr liebt die harte Tour, querfeldein über Stock und Stein. Soeben hat er die Deutsche Meisterschaft der Feuerwehrleute im Mountainbike-Marathon gewonnen – zum fünften Mal.

Dabei erreichte Rick Steffen in der Eifel das Ziel mehr als sieben Minuten vor dem Zweitplatzierten. Für die 50 Kilometer lange Strecke über 1450 Höhenmeter brauchte er keine zwei Stunden. Seine Siegerzeit lag bei 1 Stunde und 55 Minuten. Sein Mettmanner Kollege Pierre Hucklenbruch fuhr in seiner Altersklasse auf den 27. Platz; Benjamin Ockler von der Mettmanner Feuerwehr hatte den Wettbewerb kurzfristig absagen müssen.

 Rick Steffen ist seit zweieinhalb Jahren bei der Mettmanner Feuerwehr.

Rick Steffen ist seit zweieinhalb Jahren bei der Mettmanner Feuerwehr.

Foto: Stadt Mettmann

Seit dem zehnten Lebensjahr nimmt Steffen mit seinen Mountainbikes an Wettkämpfen teil. Doch auch auf der Straße ist er schnell unterwegs. Bereits zwei Mal ist er in seiner Altersklasse Feuerwehr-Weltmeister auf der Triathlon-Langdistanz geworden: 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42 km laufen. Am Stück und trotzdem in aller Bescheidenheit: „Ich wollte unbedingt mal gerne an einem Ironman teilnehmen und einen Haken auf meiner Liste setzen. Hatte mich gewundert, dass das auch so gut lief.“

 Siegerehrung in der Eifel.

Siegerehrung in der Eifel.

Foto: Rick Steffen

Nach dem Abstecher zum Triathlon konzentriert sich der Hauptbrandmeister wieder aufs Off-Road-Heizen. Er liebt es, die Berge und seinen Puls hochzujagen – und auf der anderen Seite die Abfahrt zu genießen. Blaue Flecken und Abschürfungen gehören zum Sport dazu. Von schweren Verletzungen ist der Mountainbiker bisher verschont geblieben.

Stets auf der Suche nach neuen Herausforderungen ist er vor zwei Monaten mit einem Freund 2100 Kilometer durch den ostafrikanischen Staat Uganda geradelt. Zelt, Schlafsack und Gepäck waren mit dabei. „Das war schon ein richtiges Abenteuer“, sagt Steffen. Und gefährlich. Ohne Guide sind sie durch einen Nationalpark gefahren. „Als uns Einheimische an der Ausfahrt aus dem Park fragten, wo unser Guide ist, erklärten wir ihnen, dass wir keinen hätten. Sie schauten uns ganz erschrocken an und sagten, dass es in dem Nationalpark viele wilde Tiere gebe. Da sollte niemand alleine durchfahren.“

Ende dieser Woche wartet ein Härtetest der ganz besonderen Art auf den Mountainbiker: Rick Steffen nimmt am 16. Juli an der Salzkammergut-Trophy teil: 210 Kilometer und 7500 Höhenmeter durch die Alpen. Wofür andere zwei, drei Tage bräuchten, setzt Steffen keinen halben Tag an: „Wenn ich ankommen sollte, werde ich zehn bis elf Stunden unterwegs sein“, schätzt er.

Zusammen mit seinen Mettmanner Feuerwehrkollegen Lars Grimm und Benjamin Ockler wird Steffen außerdem bei den World Police & Fire Games 2022 an den Start gehen, die vom 22. bis 31. Juli in Rotterdam stattfinden. „Ich bin gespannt, auf welchem Level die Feuerwehrleute aus den anderen Ländern sind“, sagt er.

Neben seiner Paradedisziplin wird er in Rotterdam auch beim Feuerwehr-Treppenlauf antreten. „In Düsseldorf“, so Steffens Chef Matthias Mausbach, „will schon keiner mehr beim Treppenlauf gegen Rick antreten.“ In beiden Wettbewerben möchte er in Rotterdam ein gehöriges Wörtchen mitreden. Lars Grimm wird als Judoka und Benjamin Ockler als Schwimmer und Triathlet an den Wettkämpfen teilnehmen.

Um ganz vorne dabei zu sein, absolviert Steffen 17 bis 18 Trainingsstunden pro Woche. Nicht mitgerechnet die Zeit, die er auf dem Rennrad unterwegs ist, wenn er von Mülheim zur Arbeit nach Mettmann und zurück fährt. Nur wenn es wie aus Kübeln schüttet oder Schnee fällt, tauscht Steffen sein Fahrrad gegen das Auto, um zur Arbeit zu fahren. „Das kommt im Jahr höchsten sechs bis sieben Mal vor.“ Mit dem Rad braucht er keine Stunde von der Wohnungstür bis zur Wache. 18.000 Kilometer pro Jahr kurbelt er so herunter. „Rick Steffen, aber auch die Kameraden Lars Grimm, Benjamin Ockler und Pierre Hucklenbruch sind ein supertolles Aushängeschild für unsere Feuerwehr“, sagt Feuerwehrchef Matthias Mausbach.