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Meerbusch: Der Eine Welt-Laden in Osterath feiert 25-jähriges Bestehen

Fairer Handel in Meerbusch : 25 Jahre Eine Welt-Laden in Osterath

Ehrenamtliche verkaufen in dem kleinen Ladenlokal an der Strümper Straße faire Produkte. Die schmecken und geben den Produzenten die Chance, ihre Existenz nachhaltig zu sichern.

„Choco4Change“ – was mag das wohl sein? Die Antwort auf diese Frage gibt es im „Eine Welt-Laden“ in Osterath, der am Freitag, 11. März, sein 25-jähriges Bestehen feiert. Es handelt sich dabei um eine fair gehandelte Schokolade, die nicht nur lecker schmeckt und mit ganz viel gutem Kakao und Datteln hergestellt wurde, sondern 20 Cent des Verkaufspreises fließen in Klimaprojekte bei den Handelspartnern in Tansania und auf São Tomé.

Bei einer „Climate Challenge“ wurden bereits über 100.000 Tafeln der Choco4Change verkauft. Das bedeutet: Es konnten 6000 Euro für neue Bäume und 14.000 Euro für energieeffizientere Öfen investiert werden. Einen kleinen Teil hat auch Osterath beigesteuert. „Unser Sortiment hat sich in den vergangenen Jahren nicht groß gewandelt, aber es gibt immer wieder Aktionen mit neuen Produkten, wie etwa bei der Klimaschokolade“, berichtet Werner Wittig. Er ist einer von rund 15 Ehrenamtlichen, die sich im Eine Welt-Laden engagieren.

Lediglich der Standort hat sich in den vergangenen Jahren geändert. Von der Krefelder Straße 1 (heute Caritas) zog man zur Nussschale, dann als Shop-in-Shop zu Winden an die Meerbuscher Straße. Als dort geschlossen wurde, mietete sich der Eine Welt-Laden in den ehemaligen Kiosk nahe der Stadtbahnhaltestelle Hoterheide ein. Das ist zwar etwas abgelegen, aber viel Miete kann sich der faire Verkauf nicht leisten.

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Die Osterather sind quasi eine Zweigstelle des Kamp-Linforter Vereins „Fair Rhein“, ein Netzwerk für Fairen Handel und Nachhaltigkeit am Niederrhein. Dieser kauft die Produkte bei den Organisationen Gepa und El Puente ein und macht die Abrechnung, sodass die Osterather sich ausschließlich um den Verkauf kümmern müssen. Das macht ihnen Spaß. Ulrike Nießen wollte sich irgendwo engagieren, als sie in den Ruhestand ging. Sie hörte von einer Nachbarin vom Eine Welt-Laden und machte mit. Genauso wie ihr Mann Christoph, der sich als ehemaliger IT-ler nun um die Website und den digitalen Auftritt kümmert. Seit 2014 ist auch Wittig dabei. Als Witwer suchte er eine Aufgabe, die ihn wieder auf positive Gedanken bringen sollte. „Wir gehen auch in die Öffentlichkeit, waren auf den Meerbuscher Ökomärkten, beim Handwerkermarkt und bei einem Weihnachtsmarkt der Arche Noah präsent“, erzählt er.

Aber das Hauptgeschäft spiele sich im eigenen Laden ab, berichtet er. Es gebe eine Vielzahl von treuen Stammkunden, die auch den weiteren Weg nicht scheuen. Diese greifen besonders gerne zu Tee, Kaffee und Schokolade. „Aber auch unsere fairen Lakritzbärchen sind beliebt“, sagt Nießen. Die Auswahl an Schokolade ist wirklich beeindruckend. Neben „normalen“ Sorten gibt es solche mit Fleur de Sel, mit Cardamom, sogar mit beigemischtem Tee als Earl Grey Blanc und Matcha Blanc. Auch vegane Varianten sind dabei. „Unsere Produkte sind nicht nur fair, sondern auch von hoher Qualität“, informiert Wittig. Neben gerechten Produktionsbedingungen sorgen die angeschlossenen Kooperativen in Lateinamerika, Afrika und Asien auch dafür, dass es keine Kinderarbeit gibt und diese zur Schule gehen können. „Da ist ein höherer Verkaufspreis gerechtfertigt“, ergänzt er.

Neben den Lebensmitteln gibt es auch Kunsthandwerk aus fernen Ländern. Ein neues Produkt ist etwa das „Sonnenglas“ aus Südafrika. Ein Einweckglas ist mit LEDs ausgestattet, die über ein Solar-Sonnenmodul im Deckel aufgeladen werden. Es speichert das Tageslicht und gibt es abends als warme LED-Beleuchtung wieder zurück. In Afrika nutzen es oft Schulkinder, deren Hütte über kein elektrisches Licht verfügt. „Bei uns kann es als Windlicht schön dekoriert werden und für eine idyllische Abendstimmung sorgen“, wirbt Ulrike Nießen und ergänzt: „Die Produktion der Sonnengläser hat bisher über 65 Vollzeit-Arbeitsplätze für zuvor arbeitslose Männer und Frauen aus Alexandra und Soweto geschaffen.“

Gerne hätte das Team eine besondere Aktion zum 25. Geburtstag am Freitag veranstaltet, doch sei das Ladenlokal zu beengt, um dabei die geltenden Coronavorschriften einzuhalten.