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Schüler gestalten „Land-Art“ in Klassenzimmer unter freiem Himmel

Hugo-Kükelhaus-Schule : „Land-Art“ im Wald-Klassenzimmer

Die ältesten Schüler der Hugo-Kükelhaus-Schule schaffen vergängliche grüne Kunst.

Er streife gern stundenlang mit dem Hund herum, sagt Sascha Steffenhagen, während er und Jil Liese den Weg zu einer ganz besonderen Stelle im Bürgerbusch führen. Eigentlich kann dort auch jeder selbst hinfinden, der den weiß getünchten Zweigen folgt, die vom hinteren Schultor der Hugo-Kükelhaus-Schule den Weg zum Kunstprojekt weisen. Beim Näherkommen kann man es auch hören, denn am Montag und Dienstag haben sich alle Klassen nacheinander aufgemacht, um genau anzusehen, was die Ältesten der Schule in der Ober-Berufspraxisstufe in diesem Schuljahr geschaffen haben.

Es sind eine Reihe von Land-Art-Werken, gebaut aus Naturmaterialien, die die beteiligten 13 Schüler mit unterschiedlichen Behinderungen im Wald entdeckt haben. „Das Gute an Land-Art ist, dass es irgendwann nicht mehr da ist“, findet Sascha Steffenhagen. Und tatsächlich sind bereits die ersten Arbeiten verschwunden, von Wind, Wetter und den allerkleinsten Waldbewohnern zersetzt. Was bleibt, sind die Fotos von Fliegenpilzen, die zu einem Wäldchen arrangiert sind, oder der „tanzende Baum“, dem Schüler vor Monaten eine Art Tütü aus grünen Grashalmen „angezogen“ hatten. Oder das ordnende Raster aus Gräsern, das ein autistischer Schüler auf den wilden Waldboden gelegt hat.

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Abzüge dieser Fotos auf haltbarem Dibond wurden an den Besichtigungstagen im großen Äste-Halbrund ausgestellt. Danach werden sie in der Schule aufgehängt und überdauern, während die Arbeiten im Wald der Vergänglichkeit übergeben werden. 

Land-Art sensibilisiert die Sinne für die Besonderheiten der Natur. Das haben die Beteiligten nicht nur theoretisch anhand von Abbildungen im Kunstunterricht gelernt, sondern bei diesem einjährigen Projekt ganz praktisch erfahren. „Fächerübergreifend“, sagt Lehrerin Sabine Göke und zeigt auf einen Bilderrahmen mit kleinen Gedichten zu Emotionen in der Natur, sogenannte Elfchen, die im Deutschunterricht entstanden. Oder ein „Buch“, in dem die Wuchsschichten des Waldes oder Lebensräume der Waldbewohner in Bild und Schrift anschaulich dargestellt sind.

Vermittelt wurden handwerkliche Fertigkeiten, etwa beim Sägen oder Kenntnisse im Landschaftsbau beim Verbinden der Äste zu einem standfesten Bau. Bemalte Baumscheiben, die auf Stümpfe umgekippter Bäumchen geschraubt wurden, stehen wie übergroße Pilze am Rand – und den Eingang zur luftigen Naturhütte mit Versammlungsplatz bewachen „Wächter“ aus Ästen, Moos und Pappmaché-Masken.

Für die Klasse der Hugo-Kükelhaus-Schule war der angrenzende Wald also gleichermaßen Lernobjekt wie Lernort, wo der Unterricht unter erschwerten Pandemie-Bedingungen möglichst oft im Freien stattfinden konnte.