Köbes Underground, Brings und Gezelin-Oktav in Schlebusch

Schützen- und Volksfest : Gottesdienst, Kaiser und Live-Musik

Vier Tage lang wurde in Schlebusch beim Schützen- und Volksfest gefeiert. Zugleich begann die Gezelin-Oktav.

Mit einer Festmesse am festlich mit Blumen und Fahnen geschmückten Waldalter hinter der Alkenrather Gezelinkapelle feierte die Gemeinde St. Andreas den Auftakt in die Festwoche zu Ehren des seligen Gezelinus. Pfarrer Hendrik Hülz zelebrierte den Gottesdienst mit rund 300 Teilnehmern und krönte zum Abschluss die neuen Würdenträger der St. Sebastianus Schützenbruderschaft.

Seit Freitag haben die Schützen einen neuen Kaiser: Im Jahr des 601-jährigen Bestehens holte Kommandant Stefan Dederichs den Vogel beim 213. Schuss von der Stange, Jungprinzessin Sandra Saal benötigte 256 Schuss bis zum Sieg. Prälat Erich Läufer, Bezirkspräses und Ehrenmitglied der Bruderschaft, wollte den anschließenden Festzug trotz seines stolzen Alters unbedingt begleiten. Zuvor hatte er fast 30 Minuten über das Thema Glauben gepredigt. Die Gastgeber waren mit Abordnungen von befreundeten Bruderschaften noch nicht weit gekommen, da brach Läufer zusammen. Umgehend wurde er durch die Bezirkskönigin Ann-Christin Wiechert, die als Krankenschwester arbeitet, versorgt. Alle anderen gelangten trotz der großen Hitze gut an ihr Ziel, den St. Andreas-Pfarrsaal. Dort gab es einen zünftigen Frühschoppen mit Platzkonzert.

Für Missstimmung sorgte jedoch die mangelnde Bereitschaft der Polizei, den Zugweg abzusichern. Simone Nacken, Schriftführerin des Vereins: „Man sagte uns, wegen des Volksfestes wäre kein Personal verfügbar.“ Deshalb musste sie ungeplant dafür sorgen, dass eigene Leute unter anderem an der Straßenkreuzung Oulu-Straße die Autos so lange stoppten, bis der Festzug passiert hatte. Heute, Montag, klingt das Schützenfest mit einer Messe in der Gezelin-Kapelle und „Tag der Bruderschaft“ aus.

Einige Meter weiter, im Wuppermannpark, herrschte hingegen durchweg eitel Sonnenschein. Gab es beim Auftritt von „Pit Hupperten und die Allerwertesten“ zum Auftakt der abendlichen Konzertreihe noch zwei kurze Regenschauer, so herrschte anschließend ideales Wetter für einen Musikfestival dieser Art. Freitag lockte „Still Collins“ tausende Besucher in die Grünanlage. Noch dichter gedrängt standen die Menschen, als „Köbes Underground“ die Bühne schon zum insgesamt fünften Mal rockte. Die Spezialität der Kölner Stunksitzungs-Band ist das respektlose und freche Covern von bekannten Songs. Neben neuen und alt-bekannten Musik-Comedy Nummern boten sie viele Kostümwechsel. Frontsänger Ecki Pieper (58) sagte: „Es ist beeindruckend, wie viele Leute immer wieder herkommen, das Publikum ist toll.“

Die Gezelin-Oktav wurde mit einem Gottesdienst eröffnet. Nach der Messe wurde der Schrein des Seligen Gezelinus zur Gezelinkapelle zurückgebracht. Foto: Miserius, Uwe (umi)

Die Gruppe „Brings“ sorgte am Sonntagabend für einen weiteren Besucher-Rekord. Kein Wunder, dass sich Veranstalter Werner Nolden rundum zufrieden zeigte. Der Getränkeverkauf, speziell am Wein- und Sektstand, lief so außerordentlich gut, dass der Nachschub fast nicht so schnell rangeschafft werden konnte, wie sich die Flaschen leerten. Nur wegen der Biervorräte musste sich Nolden keine Sorgen machen.

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