Leverkusen: Hitdorf: elf statt drei Pappeln gefährlich

Leverkusen : Hitdorf: elf statt drei Pappeln gefährlich

Erst waren es drei stark geneigte, hochgewachsene Pappeln, die gefällt werden sollen, weil sie im Verdacht stehen, bei einem Sturm zur Gefahr für die Hitdorfer Hochwasserschutzanlage zu werden (wir berichteten). Doch nachdem Experten der Deichaufsicht der Kölner Bezirksregierung sich die Anlage bei einem Ortstermin gemeinsam mit den städtischen Technischen Betrieben angesehen hatten, wuchs die Zahl der gefährlichen Pappeln stark an.

Elf sind es nun, die unter Umständen weichen müssen, wie die Kölner Behörde jetzt an Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn schrieb. Begründung: "Im Hochwasserfall besteht die Gefahr, dass die Bäume durch Windwurf auf die mobilen Elemente fallen und diese beschädigen. Dies kann dazu führen, dass das geschützte Gebiet innerhalb von Minuten geflutet wird." Bis zu 2300 Anwohner wären dann betroffen.

Wie und warum wachsende Gehölze im Hochwassergebiet so gefährlich sein können, führt die Deichaufsicht ausführlich aus:

- Der Baum wird von Wasser umströmt, so dass es zu Wirbeln kommt, die erhöhte Erosion bedeuten. Die Baumwurzeln werden zunehmend freigelegt.

- Auch gesunde Wurzeln können insbesondere im Bereich der mechanisch wirksamen Wurzelplatte eine Pumpwirkung aufweisen. Dabei klafft der Boden unter oder neben einer vom Wind bewegten Wurzel auf. Die Lücke läuft voll Wasser, das beim Zurückschwingen des Baumes zum Teil in die angrenzenden Bodenbereiche gedrückt wird.

- Trifft dann ein Sturm auf die in aufgeweichter Erde stehenden Bäume, wird der so genannte Windwurf (Baum kippt um) immer wahrscheinlicher. Auch völlig gesunde Wurzelballen können so aus der Erde drehen. Das Überleben einer gewissen Standzeit ist keine Gewähr für weitere Sicherheit.

Bevor die Pappeln gefällt werden, soll die Stadt jetzt aber prüfen, ob eventuell auch eine Kappung der Bäume ausreicht.

In jedem Fall aber sollen alle im Vorland gepflanzten Bäume von der Hochwasseranlage weg versetzt werden. Bis 20. August erwartet die Bezirksregierung eine Antwort.

(RP)
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