Leverkusen: "Xkids": Lanxess-Kita für kleine Forscher

Leverkusen : "Xkids": Lanxess-Kita für kleine Forscher

Während die Erwachsenen am Dienstag bei der Eröffnung des ersten Lanxess-Kindergartens feierliche Reden hielten, machten die Kinder kurzen Prozess: Sie eroberten im Nu die Kita "Xkids", probierten die bereit gestellten Kinderküchen, Rutschautos und Sandspielgeräte aus. 50 Kinder in zwei Gruppen und in einer Krabbelgruppe (Kinder ab sechs Monate) haben Platz in der schicken Einrichtung am Kurtekottenweg, unweit des Sportflughafens. Offizieller Start mit zunächst acht Kindern (zur Eingewöhnung) ist am Donnerstag.

"Xkids" ist ein neuer Meilenstein für die Kultur von Lanxess. Während Mutterkonzern Bayer vor Jahrzehnten die eigenen Kindergärten abschaffte, gehören diese Einrichtungen heute zum zwingend notwendigen Instrumentarium der Personalbetreuung, um Fachkräfte und junge Wissenschaftler in der Familienphase ans Unternehmen zu binden. Dies hat Bayer neu erkannt und baut gleich neben der ehemaligen "Chemieabteilung" Lanxess auch einen "Werks-"Kindergarten.

Lanxess setzt unter seinem erfolgreichen Manager Axel C. Heitmann — wie bei vielen Entscheidungen — auf eine Neuerung. Den Betrieb der Kita übernimmt keine Leverkusener Einrichtung, sondern die bundesweit tätige "Kinderzentren Kunterbunt GmbH". Das Unternehmen verfüge über große Erfahrung mit den Anforderungen von berufstätigen Eltern, die ihre Kinder umsorgt haben wollen, begründet Lanxess.

Die acht Erzieherinnen kommen unter anderem aus Bergisch Gladbach, Monheim und Rheindorf. Die Leiterin des jungen Teams, Ina Lehnard, arbeitete schon in Köln und ist seit 2011 in Remscheid. Die Erzieherin hat Erfahrung mit der Förderung von hochbegabten Kindern und eine Zusatzausbildung in Naturwissenschaften. Genau auf diese Ausrichtung des Konzeptes legt Kita-Finanzierer Lanxess Wert: "Naturwissenschaften spielen hier eine große Rolle", betonte Vorstand Dr. Rainier van Roessel am Dienstag bei seiner Festrede. "Irgendwo sollte die Kita auch eine Beziehung zum Chemieunternehmen haben." Dies merkt der Besucher dem durchgestylten Kindergarten deutlich an. Schon im Namen "Xkids" sticht das Lanxess-Markenzeichen "X" hervor, "kids" signalisiert, hier ist ein "Global Player" mit "familienorientierter Personalpolitik" unterwegs. Die Gruppen heißen nicht "Löwenzahn" oder "Bärchen", sondern "Die Erfinder", "Die Forscher", "Die Entdecker" — schwere Begriffe für einjährige oder jüngere Kinder, die gerade Mama oder Papa beherrschen. Zum Kita-Konzept gehört, dass mit den Kindern Deutsch und Englisch gesprochen wird. Es gibt ein Labor und ein Atelier. 70 Prozent der Kita-Plätze gingen an Kinder von Lanxess-Beschäftigte. Sie bezahlen neben dem üblichen Kita-Beitrag eine Zusatzgebühr von bis zu 100 Euro (45 Stunden-Betreuung). Nicht-Mitarbeiter müssen bis zu 150 Euro extra überweisen (pro Monat und Kind).

Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn lobte das Engagement der Lanxess-Führung. Sie bereite sich klug auf den "Wettbewerb um die besten Köpfe" vor, wenn ab 2020 die Zahl der jungen Leute abnehme. Den Kritikern des Standortes in Werksnähe und neben dem Flughafen sagte Buchhorn, sie sollten endlich Ruhe geben. Am Kurtekotten gebe es kein größeres Risiko als an anderen Stellen der Stadt — trotz Chempark und Einflugschneise.

(RP)
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