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Holzhackschnitzel-Fehler: Leichlingen lässt Spielplätze kontrollieren

Fehlerhafte Lieferung : Stadt lässt Spielplätze kontrollieren

In dieser Woche überprüfen Gutachter alle Anlagen in Leichlingen, auf denen es Holzhackschnitzel statt Sand gibt. Auf dem Spielplatz am Wallgraben werden die Schnitzel ausgetauscht. Er soll schnell wieder freigegeben werden.

Die Freude über den neu eröffneten Spielplatz am Wallgraben währte nur kurz. Leichlingens größter Spielplatz war während der Corona-Pandemie bedingten Schließung umgestaltet worden. Größte Änderung: Holzhackschnitzel statt Sand als Fallschutz. Doch dabei wurde eine fehlerhafte Lieferung verstreut. Die einzelnen Holzteile dürfen nicht größer sein als drei Zentimeter, am Wallgraben waren mitunter spitze Stücke dabei, die bis zu 15 Zentimeter lang waren. Nach Elternbeschwerden, etwa von  Arnfried Griesert, wurde der Spielplatz wieder gesperrt, die Holzhackschnitzel werden ausgetauscht.

In dieser Woche werden externe Gutachter sämtliche Spielplätze in der Stadt unter die Lupe nehmen, auf denen die Holzhackschnitzel bereits als Fallschutz verteilt wurden. Das macht die Stadt seit zehn Jahren sukzessive. Der Austausch am Wallgraben soll in dieser Woche vollzogen werden, damit der Spielplatz schnellstmöglich wieder freigegeben werden kann. „Der Lieferant hat da einen Fehler gemacht, deshalb übernimmt er die Kosten dafür“, sagt Jürgen Scholze, Leiter des Tiefbauamts in Leichlingen.

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Holzhackschnitzel als Fallschutz, das sei keine Erfindung der Stadt Leichlingen, sagt er. „Das hat sich bundesweit als Ersatzfallschutz für Sandflächen etabliert.“ Zudem verweist Scholze auf die positiven Eigenschaften der Holzhackschnitzel. Diese würden die kinetische Energie beim Fallen besser absorbieren als Sand. Finanziell lohnt sich der Umstieg für die Stadt auch. Für Spielplätze an stark befahrenen Straßen, zu der die Straße „Am Wallgraben“ zählt, hat das Innenministerium erlassen, dass der Sand jährlich ausgetauscht werden muss. 38.000 Euro würde das für diesen Spielplatz kosten, der alte Sand müsse anschließend entsorgt werden. Bisher hatte die Stadt den Sand gereinigt, aber nicht komplett ausgetauscht.

Scholze betont, dass trotz des Wechsels zu den Hozhackschnitzeln stets ein Bereich erhalten bleibe, auf dem Sand als Untergrund verteilt ist. „In dem Kleinkinderbereich können die Kinder auch weiterhin im Sand spielen und barfuß laufen“, sagt er.

Warum die fehlerhafte Teillieferung der Holzhackschnitzel am Wallgraben erst nach einiger Zeit aufgefallen ist, lässt sich mit einem physikalischen Phänomen erklären: dem sogenannten Paranuss-, beziehungsweise Müsli-Effekt. Wenn eine Müsli-Packung geschüttelt wird, sieht man anschließend die größten Stückchen oben. Durch das Schütteln, beziehungsweise durch Bewegung, entstehen Hohlräume, in die die kleineren Stücke passen und so weiter nach unten fallen. So erweckt es den Anschein, als würden die dicksten Brocken nach oben wandern. Das sei beim Spielplatz genauso gewesen. „Durch die Bewegung und das Spielen sind die kleineren Stücke weiter runter gefallen und die großen wurden nach oben befördert“, erläutert Scholze.