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Leichlingen Weiter Sorge um die „Alte Post“

Droht Fachwerkhaus der Verfall? : Weiter Sorge um die „Alte Post“

Witzheldener befürchten, dass das denkmalgeschützte Fachwerkhaus im Zentrum des Höhendorfes verfällt, weil sich kein Käufer findet. Laut Stadtverwaltung besteht jedoch kein Grund, aktiv zu werden.

Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts wurde laut Denkmalliste das Fachwerkhaus Am Markt 13/14 errichtet, das einst die „Gaststätte Zur alten Post“ beherbergte. Als „großes Wohn-Geschäftshaus im Dorfkern von Witzhelden“, Baujahr 1930, wird es im Internet für 295.000 Euro zum Kauf angeboten. Der Witzheldener Michael Brüning glaubt nicht, dass sich für diesen Preis ein Käufer findet. „Das Haus muss komplett renoviert werden“, sagt der 69-Jährige. „Und es wieder als Restaurant zu nutzen, ist schwierig, weil der große Parkplatz davor ja jetzt mit Wohnhäusern überbaut ist.“

Nur vier Außenstellplätze sind in der Internet-Anzeige ausgewiesen. Früher waren es 40. Brüning befürchtet, dass das denkmalgeschützte Gebäude verfällt und abgerissen werden muss. „Das Haus steht ja schon seit Jahren leer. Ein Fachwerkhaus muss aber regelmäßig gelüftet und beheizt werden.“

Die Bürgerliste Witzhelden-Leichlingen hatte vor zwei Monaten gemahnt, der  „ehemals schmucke Gebäudekomplex“ gleiche „mittlerweile einem Schandfleck“. Auch der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) Witzhelden betrachtet den Zustand der „Alten Post“, sorgt sich um das historische Haus.

„Es ist eine sehr traurige Angelegenheit zu sehen, wie das Gebäude immer weiter verfällt“, sagt Sigrid Weltersbach, die stellvertretende Vorsitzende. „Wir haben deshalb schon Kontakt mit der Stadt aufgenommen und gefragt, was zu tun ist, um das Kleinod zu retten.“ Das Gebäude gehöre schließlich zum Ensemble Fachwerkhaus. „Der alte Fachwerkhausbestand könnte nun in Gefahr sein.“

Der Opladener Bauunternehmer Hans-Hugo Hungerberg hatte 2015 das ehemalige Restaurant samt Parkplatz gekauft und will im nächsten Jahr mit den Neubauten fertig sein. Der VVV war laut Sigrid Weltersbach davon ausgegangen, dass mit dem Verkauf der Immobilie die Auflage verbunden gewesen sei, das Fachwerkhaus wieder herzurichten. „Das war aber wohl nicht der Fall“, bedauert sie. Und nun könne man einem Privatmann nicht vorschreiben, was er tun solle.

Die Stadt sieht keinen Grund zur Sorge. „Das Gebäude ist weit entfernt von Verfallen“, versichert Stadtsprecherin Ute Gerhards. „Es steht leer, und dies ist nicht förderlich für ein Gebäude – egal, ob Denkmal oder nicht.“ Zurzeit werde ein neuer Eigentümer gesucht, und der benötige für das Haus vor einer neuen Nutzung eine Baugenehmigung und eine denkmalrechtliche Erlaubnis.

„Im Zuge dieser Verfahren überwacht die Bauaufsichtsbehörde und die Denkmalbehörde die Baumaßnahmen.“ Grundsätzlich müsse sich jeder Denkmaleigentümer an das Denkmalschutzgesetz NRW halten, bei Zuwiderhandlungen drohten ordnungsbehördliche Verfahren. „Letzteres ist aber bei der ,Alten Post‘ nicht der Fall“, sagt Gerhards.