Monheim: Sportler wollen alte Anlage behalten

Monheim : Sportler wollen alte Anlage behalten

Eigentlich war das Thema Sportstätten längst abgehakt. 2010 hatte der Stadtrat die von der Verwaltung ausgearbeiteten Pläne beschlossen – nach beinahe jahrzehntelangen Diskussionen. Am Mittwoch könnte im Rat dennoch das nächste Kapitel der unendlichen Geschichte geschrieben werden. Der Baumberger Turn- und Sportclub (BTSC) ist unzufrieden mit der neuen Bezirkssportanlage, die im Nordosten Baumbergs am Waldbeerenberg entstehen soll. Aus Sicht des Vorsitzenden Helmut Wilk ist der neue Platz unzureichend: "Die Pläne sind nicht wirklich mit uns abgestimmt worden", beklagt der 57-Jährige. "Wir wollen eine Lösung, die eher den Interessen der Sportler entspricht."

Eigentlich war das Thema Sportstätten längst abgehakt. 2010 hatte der Stadtrat die von der Verwaltung ausgearbeiteten Pläne beschlossen — nach beinahe jahrzehntelangen Diskussionen. Am Mittwoch könnte im Rat dennoch das nächste Kapitel der unendlichen Geschichte geschrieben werden. Der Baumberger Turn- und Sportclub (BTSC) ist unzufrieden mit der neuen Bezirkssportanlage, die im Nordosten Baumbergs am Waldbeerenberg entstehen soll. Aus Sicht des Vorsitzenden Helmut Wilk ist der neue Platz unzureichend: "Die Pläne sind nicht wirklich mit uns abgestimmt worden", beklagt der 57-Jährige. "Wir wollen eine Lösung, die eher den Interessen der Sportler entspricht."

Der Verein mit rund 1200 Mitgliedern stellt daher zur Sitzung einen Antrag, der es in sich haben könnte. Im Kern geht es um die Vereinbarkeit von Fußballern und Leichtathleten, die parallel die neue Anlage nutzen werden. Neben dem BTSC soll auch die Jugendabteilung der Sportfreunde Baumberg (SFB) auf dem Platz eine neue sportliche Heimat finden — als Ersatz für das Kunstrasenfeld am Kielsgraben, das der Auskiesung zum Opfer fiel. Außerdem fordert Wilk deutlich mehr Raum für Speer- und Diskuswerfer. Der Antrag sieht vor, dass die alte Anlage an der Bregenzer Straße genutzt wird, bis ein besseres Konzept vorliegt.

Zur Erinnerung: Peto und SPD hatten mit ihrer Mehrheit beschlossen, dass der neue Platz im Baumberger Osten gebaut werden soll. Vorab war ein ähnliches Konzept kurz vor dem Ziel spektakulär gescheitert. Auf der Suche nach Alternativen wurde die Verwaltung etwas weiter nördlich kurz vor der Stadtgrenze zu Düsseldorf-Hellerhof fündig. Die dort geplante Anlage soll aus Fußballfeld, Rundlaufbahn, Weit- und Hochsprunganlagen, Gymnastikfläche und Umkleiden bestehen. Hinzu kommt ein Parkplatz mit knapp 60 Stellplätzen und eine Kurzstreckenbahn. Am Rand des Areals ist zudem ein "Wurfcenter" für Kugelstoßer geplant. Im Gegenzug wird die alte BSA abgerissen, um Platz für Wohnbebauung zu schaffen. Nicht in diesen Plänen enthalten ist eine kleine Fläche innerhalb der jetzigen Anlage, auf der unter anderem die Speerwerfer des BTSC trainieren. Im jetzigen Konzept gibt es dafür keinen Ausgleich.

"Wenn das umgesetzt wird, können wir viele Wurfdisziplinen im Grunde nicht mehr anbieten", beklagt Wilk, der dadurch Mitgliederverluste befürchtet. "Unser Ziel ist, dass unsere Möglichkeiten nicht eingeschränkt werden." Zudem sei es "nicht praktikabel", wenn Fußballer und Leichtathleten nebeneinander trainieren: "Wenn einem Läufer im Vollsprint ein Ball vor die Füße kullert, kann das böse enden." Bürgermeister Daniel Zimmermann kann den Vorstoß des BTSC nicht nachvollziehen. In zwei Gesprächen mit BTSC, SFB und Stadtsportverband Anfang Mai und Ende Juni war noch keine Rede von einem Antrag im Rat.

"Das ist ein eigenartiger Ablauf", meint der Verwaltungschef, der die Geschehnisse nach eigener Aussage "relativ konsterniert" zur Kenntnis genommen hat. Es sei zwar richtig, dass die Fläche für Speerwerfer in den neuen Plänen fehle, "aber es handelt sich dabei nicht um vollendete Tatsachen", betont Zimmermann. "Wir wollten mit den Plänen erst nach der Abstimmung mit den Vereinen in den Rat gehen. Das wäre frühestens nach den Sommerferien der Fall gewesen." Für die Speerwurfanlage sieht er indes wenig Chancen. "Auf dem Kunstrasenplatz können die Speerwerfer nicht trainieren, dabei geht der Belag kaputt", sagt Zimmermann. Die Jugendlichen des Vereins trainierten seines Wissens aber ohnehin auf dem Jahn-Sportplatz.

Rückendeckung für den Baumberger TSC gibt es vom Stadtsportverband. Dessen Vorsitzender Karl-Heinz Göbel hält den Bau eines Sportplatzes in einem Wohngebiet ohnehin für "wahnsinnig". Lärmbeschwerden und andere Konflikte mit den Anwohnern seien programmiert, meint der CDU-Ratsherr. Der immer wieder von den Christdemokraten ins Spiel gebrachte Standort am Kielsgraben ist laut Zimmermann nach wie vor keine Option: "Vor 2014 kann dort definitiv nichts gebaut werden."

(dora)
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