Denkmalschutz verhindert Abriss

Langenfeld : Denkmalschutz verhindert Abriss

Eigentümer wollten Wohnhaus von 1914 an der Düsseldorfer Straße entfernen.

Das Wohnhaus mit angebautem Stall an der Düsseldorfer Straße 226 soll unter Denkmalschutz gestellt werden. 1914 hatte es der Weber und Fabrikarbeiter Stefan Schauf nach dem Entwurf des Immigrather Architekten Wilhelm Ossenberg errichten lassen. Weil die heutigen Eigentümer den Abriss beantragt hatten, holte die Stadtverwaltung ein fachliches Gutachten beim Amt für Denkmalpflege des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) ein. Laut Stadtplaner Stephan Anhalt haben die Gutachter jetzt die Schutzwürdigkeit des leer stehenden Gebäudes bestätigt. „Deswegen soll es nun in die Denkmalliste der Stadt Langenfeld eingetragen werden.“

Wie Anhalt in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses erläuterte, haben die Eigentümer „gegen die vorläufige Unterschutzstellung Klage erhoben“. Doch mit dem aktuellen Gutachten habe sich der Denkmalwert bestätigt. „Es handelt sich um ein sehr gut erhaltenes und typisches Exemplar für die schlichte Reformarchitektur, wie sie sich zwischen der Jahrhundertwende und dem Ersten Weltkrieg im Rheinland durchsetzte“, heißt es im LVR-Gutachten. Im Gegensatz zu anderen Gebäuden gleichen Alters in Langenfeld sei es baulich kaum verändert worden. Die Kreuzstock-Sprossenfenster, Türen, Treppengeländer, Raumaufteilung und weitere Details seien quasi im Originalzustand. Und sozialhistorisch steht dieses Haus nach den Worten des Gutachters aus Sicht von 1914 „für die Durchsetzung bürgerlicher Wohn- und Architekturvorstellungen im oberen Segment der Arbeiterschaft“.

Bislang umfasst die Langenfelder Denkmalliste 70 Baudenkmäler, darunter 33 Wohnhäuser, 14 landwirtschaftliche Anlagen, neun Kleindenkmäler, sieben Kirchen, vier öffentliche Gebäude, zwei Adelssitze sowie einen Friedhof. Herausragende Baudenkmäler: Wasserburg Haus Graven, Kirchturm von St. Martin, LVR-Klinik und Haus Arndt.

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