Krefeld/Düsseldorf: Räuberischem Juwelier droht lange Haftstrafe

Krefeld/Düsseldorf : Räuberischem Juwelier droht lange Haftstrafe

Einem 48-jährigen Krefelder, der ein Juweliergeschäft in Düsseldorf führte, droht eine langjährige Gefängnisstrafe. Der verschuldete Mann hatte drei Banken und einen Juwelier überfallen und hat die Taten gestanden.

Die Staatsanwaltschaft Krefeld hat Anklage gegen den Juwelier erhoben, der die vier Taten inzwischen gestanden hat. Seit dem 25. Oktober sitzt er in Untersuchungshaft. Überführt worden war er bei einer Kontrolle der Halter von schwarzen BMW-Sportwagen vom Typ Z3 mit Krefelder Kennzeichen. Den Wagen des Täters hatten Zeugen an mehreren Tatorten gesehen, unter anderem auf dem Linner Friedhofsparkplatz nach dem Überfall auf die dortige Sparkasse.

In Mönchengladbach mit Bombenattrappe gedroht

Als der Verdächtige keine Angaben zu seinem Alibi machen wollte, veranlasste die Staatsanwaltschaft am 24. Oktober eine Speichelprobe. Deren DNA-Merkmale stimmten mit Spuren am Tatort überein. Später fand die Polizei auch seine Maskierungen, bei den Überfällen getragene Kleidung und eine Spielzeugpistole.

Allein wegen erpresserischen Menschenraubes droht ihm ein Mindestmaß von fünf Jahren. Am 27. August hatte der Mann in einer Mönchengladbacher Volksbank eine Bombenattrappe platziert und telefonisch mit einer Explosion gedroht, falls man ihm kein Geld bringe. Mit den Worten "Und kommen Sie mir nicht mit 10.000 Euro" habe er seiner Forderung Nachdruck verliehen, heißt es von den Ermittlern. Als die Bank samt Nachbarhäusern evakuiert wurde und Sprengstoffexperten die Attrappe erkannten, war der Krefelder ohne Beute geflohen.

Beute in Duisburg und Krefeld: rund 5000 Euro

Bereits am 25. Juni war er bei einem Überfall auf einen Juwelier in Viersen erfolglos geblieben, als ein weiterer Kunde das Geschäft betrat und ihn offenbar aus dem Konzept brachte. Am 2. und 3. September hatte er dann bei Überfällen auf Sparkassen in Duisburg und Krefeld-Linn rund 5000 Euro erbeutet.

Der 48-Jährige hatte ein Juweliergeschäft in Düsseldorf und war in Szeneläden unterwegs, unter anderem mit einem deutschen Fußball-Nationalspieler. Er ist geschieden und hat eine Tochter. Als Motiv nannte er den Ermittlern, dass er hohe Schulden gehabt habe. Die Untersuchungen hätten dies bestätigt, sagt Staatsanwältin Anna Stelmaszczyk: "Seine finanzielle Situation war nicht die beste."

Das Vorgehen des Mannes nennt sie "mit Sicherheit nicht besonders professionell". Neben der Benutzung des eigenen auffälligen Autos hatte der Räuber auf der Flucht in Viersen Teile seiner Kleidung verloren.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Großeinsatz in Mönchengladbach: Polizei findet Bombenattrappe in Bank

(tjo)