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Krefeld: Razzia am Siemesdyk: Stadt sieht keine Probleme

Krefeld : Razzia am Siemesdyk: Stadt sieht keine Probleme

Der Integrationsausschuss beschäftigt sich am Donnerstag mit den Polizeikontrollen in der Flüchtlingsunterkunft.

Die Razzia Ende Januar in der städtischen Flüchtlingsunterkunft am Siemesdyk wird am kommenden Donnerstag den Integrationsausschuss beschäftigen. Bereits unmittelbar nach dem Einsatz hatte Christoph Bönders, Ratsherr der Grünen und Vorsitzender des Integrationsausschusses die Frage gestellt, ob "die Razzia verhältnismäßig und kultursensibel durchgeführt worden" sei.

Urteil der Verwaltung: "Aktion lief sehr ruhig ab"

Am 30. Januar hatten in dem Übergangsheim im Rahmen eines Großeinsatzes Personenüberprüfungen stattgefunden, in deren Verlauf nicht gemeldete Personen, aber auch Diebesgut entdeckt wurden (wir berichteten). Auf Antrag der Grünen hat die Verwaltung nun eine Vorlage erstellt, in der sie die Abläufe des Polizeieinsatzes detailliert darstellt. "Die Aktion lief sehr ruhig ab", so das abschließende und insgesamt positiv lautende Urteil der Verwaltung.

"Die Razzia wurde der Verwaltung mit der Bitte um Geheimhaltung wenige Tage vorher angekündigt", heißt es in der Vorlage. Der Verwaltung habe ein Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichtes Krefeld vorgelegen. Begonnen habe der Einsatz gegen 9.15 Uhr und sei gegen 11.30 Uhr beendet gewesen. Während der Durchführung seien neben den Polizisten fünf Mitarbeiter der Krefelder Verwaltung vor Ort gewesen. Aus den Bereichen Soziales und dem Fachbereich Ordnung kommend, haben die Mitarbeiter laut Vorlage für Fragen von Bewohnern und Polizei zur Verfügung gestanden. Am Nachmittag des Durchführungstages habe ein Sozialarbeiter seine Präsenzzeit am Siemesdyk absolviert.

Von den Bewohnern sei der Einsatz der Polizei gegenüber Betreuern und Sozialarbeitern auch in den Folgetagen nicht thematisiert worden. In der Verwaltung habe man den Eindruck, "dass durch den hohen Personalaufwand der Polizei die Einsatzzeit möglichst kurz gehalten wurde und die Bewohner damit ihren gewohnten Tagesablauf zügig wieder aufnehmen konnten". Die meisten der dort wohnenden Kinder seien zu dem Zeitpunkt zur Betreuung in den Kindertagesstätten oder zum Unterricht in den Schulen gewesen.

(frie)