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Krefeld: Damensitzungs-Debütantin ist begeistert

Krefeld : Damensitzungs-Debütantin ist begeistert

Die Sitzung der GKGK 1878 und des Damenkomitees Fidele 11 im Seidenweberhaus hat Monique Engels und Hunderte andere nette Jecken in karnevalistische Hochstimmung versetzt. Die 37-Jährige will im nächsten Jahr wiederkommen.

Mit geballten Fäusten trommelt sie auf die Tischplatte, dann klatscht sie in die Hände, springt auf, reißt die Arme in die Höhe und schreit "peng" — die erste Rakete des Nachmittags bei der Damensitzung der Großen Karnevalsgesellschaft Krefeld 1878 und dem Damenkomitee Fidele 11 ist Monique Engels perfekt geglückt. Die 37-Jährige ist zum ersten Mal mit auf der Sitzung im Seidenweberhaus - ihre Freundinnen haben den Karnevalsfan überredet mitzukommen. Für die Sitzung hat sie sich extra ein Kostüm genäht. Aus der Lehrerin wurde Schlumpfine in Lebensgröße.

"Zwei Monate habe ich von der Idee bis zum fertigen Kostüm gebraucht", sagt sie. Zwar hatte sie schon ein anderes, aber das ist für den Straßenkarneval. "Und was das ist, verrate ich jetzt auch noch nicht." Für die Damensitzung brauche sie mehr Bewegungsfreiheit zum Tanzen und Mitklatschen als beim Straßenkarneval, sagt sie.

Und schwupps, ist sie auch schon wieder auf den Beinen und singt lauthals die Karnevals-Hits mit, die "De Stroßeräuber" mit nach Krefeld gebracht haben. "Die Hände zum Himmel" und "Hey, Baby" lassen nicht nur Monique Engels aufstehen. 832 Frauen im ausverkauften Seidenweberhaus tanzen, singen und schreien mit. "Ich hätte nie gedacht, dass die Stimmung so gut sein würde. Aber das macht mir richtig Spaß", sagt die 37-Jährige, während ihre Freundinnen gerade loskreischen. Das Prinzenpaar Karin I und Michael I ist auf der Bühne, begleitet von zwei 16-jährigen Mädchen. Pia und Tanja singen "Ich will immer wieder dieses Fieber spür'n" als Geschenk an das Prinzenpaar und ihre Garden.

Helene Fischer ist "in" - kaum jemand Saal, der den Text des Liedes nicht kennt und lauthals mitsingt. Die Stimmung ist gut, die nachfolgenden Büttenredner haben es richtig schwer, die Frauen zu beruhigen und zum Zuhören zu bewegen. Dabei strengen sich beispielsweise Fred van Halen und sein gefiederter Freund Aki so sehr an. Handpuppe Aki flirtet mit den Damen in den ersten Reihen, Fred van Halen schämt sich fremd. "Das ist klasse, aber schade, dass man ihn kaum verstehen kann, weil die Mädels so heftig abfeiern", sagt Engels. Doch so richtig schlimm ist das nicht, dass nur Teile der Büttenrede an ihrem Tisch ankommen.

Ihre Freundinnen leeren zügig das Bierfass, das auf dem Tisch steht. Sie lachen, tanzen und feiern ihre eigene Party. Die wird immer ausgelassener. Die Auftritte der Großen Tanzgarde der GKG Krefeld 1878, vom Hätzblatt, dem Thorrer Schnauzer Ballett fliegen vorbei. Die Augen gehen nochmal Richtung Bühne, als der Nummernboy zeigt, dass er nicht nur Schilder tragen kann, sondern auch tanzen - und... Sie wissen schon, Damensitzung. Eine rundum gelungene Premiere. "Ich bin im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder dabei."

(RP)