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Krefeld: Anwohner der Wildkräutersiedlung sammeln Unterschriften gegen Kita-Bau

Kita in Krefeld : Unterschriftensammlung als Protest gegen Kita-Bau

87 Prozent der Anwohner der Wildkräutersiedlung halten einen geplanten Kita-Standort für ungeeignet.

Eine überwältigende Mehrheit von Anwohnern der Wildkräutersiedlung hat sich in einer Unterschriftenaktion gegen den Bau einer Kindertagesstätte in dem Wohngebiet ausgesprochen. 87 Prozent halten den Standort am Weidenröschenweg demnach für ungeeignet. Die Unterschriftenliste wurden jetzt an Oberbürgermeister Frank Meyer übersandt mit der Bitte, sich des Anliegens anzunehmen.

Wie ausführlich berichtet, fürchten die Anwohner, dass es durch Bau einer Kita mit rund 60 Plätzen zum Verkehrsinfarkt in dem Wohngebiet kommt. „Verkehrstechnisch ist das Projekt aus unserer Sicht nicht realisierbar“, schreiben sie. „Schon jetzt ist die Verkehrs- und Parksituation sehr angespannt.“ Es fehlten Parkplätze und Zufahrtswege.

Auf der Liste haben insgesamt 541 Personen über 18 unterschrieben, berichten die Initiatoren. Davon sind 357 Unterschriften von Anwohnern der Kräutersiedlung. Sie rechnen vor, dass insgesamt 87 Prozent, das entspricht 175 von 201 Wohneinheiten, gegen den Bau der Kita sind. 18 Hausbewohner haben nicht unterschrieben, weil sie nicht der Meinung sind, dass die Kita nicht gebaut werden sollte. Acht Anwohner wurden nach Angaben der Initiatoren nicht angetroffen und konnten aufgrund von Corona auch nicht mehr befragt werden.

Die übrigen 184 Unterschriften stammen von Bewohnern umliegender Gebiete, deren Kinder die Wiese, auf der gebaut werden soll, zum Spielen nutzen und die deshalb dagegen sind, dass dort gebaut wird.

Auch die Kinder sind aktiv geworden und haben eine eigene Unterschriftensammlung mit zusätzlich 55 Unterschriften und selbstgemalten Bildern organisiert, die ebenfalls an Frank Meyer versendet wurde.

 Hintergrund: Vor mehr als zwei Jahrzehnten waren Pläne, am Weidenröschenweg in Fischeln eine Kita zu errichten, zu den Akten gelegt worden. Angesichts des gewaltigen Mangels an Betreuungsplätzen in Krefeld und des nur schleppend vorankommenden Kita-Neubaus hat die Krefelder Verwaltung den Plan 2019 wieder aus der Versenkung hervorgeholt – und damit einen Proteststurm der Anwohner ausgelöst. Die Verwaltung argumentiert, der Standort sei deswegen so gut geeignet, weil dort bereits Baurecht für eine Kita bestehe. Die Anwohner sagen, der Standort sei nicht geeignet, weil Zufahrtswege und Parkmöglichkeiten für einen Hol- und Bringverkehr außerhalb der Siedlung lebender Familien unterdimensioniert seien.