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In Krefeld entsteht ein Autokino für 250 PKW auf dem Sprödentalplatz

Ideen für Krefeld : Autokino auf dem Sprödentalplatz

Ab Montag, 20. April, können die Krefelder auf einer 100 Quadratmeter großen Leinwand Filme sehen. Auch Veranstaltungen wie Gottesdienste, Kabarett und Konzerte könnten dann vom Auto aus erlebbar sein.

Die Idee ist nicht neu, aber akut: 1933 eröffnete in den USA das erste Autokino. Im geschützten Raum des eigenen Fahrzeugs Filme zu erleben, ist das passende Konzept für Zeiten der Kontaktsperre. Volko Herdick und Uwe Papenroth, die unter anderem seit zehn Jahren das SWK-Open-Air-Kino auf die Rennbahn bringen, wollen am Montag, 20. April, mit dem neuen Angebot starten.

Auf dem Sprödentalplatz wird eine 100 Quadratmeter große LED-Leinwand aufgefahren. „Dafür haben wir einen Truck aus Österreich geliehen. Darauf sind wir stolz, denn der steht normalerweise nur bei Großveranstaltungen, etwa bei Formel-1-Rennen“, berichtet Herdick.  Etwa 250 Pkw finden davor einen Stellplatz. In jedem Wagen dürfen zwei Personen sitzen, bei Familien zusätzlich zwei Kinder. Den Ton hören sie über UKW im Autoradio.

„Die Auflagen haben wir genau mit dem Gesundheitsamt abgestimmt. Es gibt ein ausgefeiltes Konzept zur Kontaktvermeidung“, sagt Herdick. Die Tickets werden online gebucht, es gibt ein bargeldloses Abrechnungssystem. Getränke werden vorab bestellt und dann in Tüten kontaktlos übergeben. „Durch das SWK-Open-Air sind wir ein richtiges Kino und können da schon auf Strukturen zurückgreifen“, erklärt Herdick. Er kennt die Verfahren, muss für das Open Air jedes Jahr einen Bauantrag stellen – auch jetzt fürs Autokino. Auch ein Pachtvertrag ist dafür geschlossen worden. „Es ist ein großer logistischer Aufwand, so etwas aufzubauen.“

Bevor er in Krefeld erhebliche Summen in die Königsburg, den Diebels Fasskeller und die Rennbahngastronomie investierte hat Herdick in der Autostadt Wolfsburg große Events veranstaltet und Erfahrungen mit einer aufblasbaren Leinwand gesammelt, wie sie auch beim Rennbahn-Kino eingesetzt wird („Das muss sein, weil die Pferde immer, wenn sie die Leinwand sahen, stehen blieben und die Jockeys abwarfen“). Damals sei die Idee eines Autokinos in ihm gereift.

Jeweils am Nachmittag wollen Herdick und Papenroth Familienfilme zeigen, am Abend Klassiker und Kultiges wie „Bang Boom Bang“ oder „Pulp Fiction“. Aber Herdick schwebt mehr vor als cineastisches Programm. „Man kann die Leinwand auch für andere Veranstaltungen nutzen, wie Gottesdienste, wie es die Düsseldorfer gemacht haben, oder für Konzerte von Krefelder Bands, Kabarett oder Auftritte regionaler Comedians.“ Denn vor der Bühne könne auch eine Bühne aufgebaut werden. Das wäre eine echte Premiere. „Das gab es so noch nicht“, sagt Herdick. „Es liegt aber daran, wie gut dieses Angebot angenommen wird.“

Sogar Theater könne er sich dort vorstellen. „Man müsste darüber reden. Ein großes Bühnenbild kann es nicht geben, und bei Konzerten kommt es auf die Lautstärke an. Denn  in puncto Lärm ist der Sprödentalplatz sicher ausgeschöpft.“

„Durch das SWK Open-Air-Kino ist unsere Verbundenheit zum Kino und den Veranstaltern grundsätzlich sehr eng. Daher war für uns schnell klar, hier zu helfen. Wir erfüllen auch und gerade in Corona-Zeiten unseren Auftrag zur öffentlichen Daseinsvorsorge und schützen die kritische Infrastruktur in Krefeld mit hoher Sorgfalt“, erklärt Carsten Liedtke, Sprecher des SWK-Vorstands. Dazu gehöre auch, ein bisschen Spaß und Ablenkung zu bieten. Für ihr Großprojekt haben sie auch Michael Neppeßen und Torsten Feuring sowie David Kordes mit ins Boot geholt. Und ihr kleines Jubiläum „10 Jahre open air auf der Rennbahn“ wird erst einmal nach hinten verschoben.