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Korschenbroich: Erste Mini-Kita in Glehn

Korschenbroich : Erste Mini-Kita in Glehn

Neun quirlige Jungen und Mädchen, drei Tagesmütter und ein tolles Spielparadies: Das sind die "Flitzpiepen", die erste Großtagespflege in Glehn und in der ganzen Stadt. Die "Mini-Kita" hilft das Angebot in der U3-Betreuung zu verbessern.

Das Bällebad ist der Hit: Emma, Milla, Jana und Timo toben zwischen den bunten Bällen, währen Janik es sich nebenan in der Nestschaukel bequem macht. Sie und vier andere Jungen und Mädchen nutzen ein ganz besonderes Angebot: Die ein bis zwei Jahre alten Kinder spielen in der ersten und bislang einzigen Großtagespflege in Glehn und im gesamten Stadtgebiet. Simone Kluth (36), Sabine Herfurtner (37) und Veronika Jütten (45) betreiben gemeinsam die vor einigen Monaten gestartete Einrichtung an der Bachstraße.

Ein großer Raum als Spielparadies mit Rutsche, Spielteppich, Bausteinen, Spielzeugautos und vielem mehr, daneben eine Wohnküche mit großem Esstisch, ein Ruheraum und ein Wickelbereich: Bei den "Flitzpiepen" sieht alles aus wie in einem Kindergarten - eben nur etwas kleiner. "Bei der Großtagespflege schließen sich zwei oder besser drei Tagesmütter oder -väter zusammen und betreuen gemeinsam bis zu neun Kinder", erläutert Toni Berheide, Fachberater für Kindertagesbetreuung beim Kreisjugendamt in Korschenbroich, die Zwischenlösung zwischen Kita und Tagespflege.

Bei Simone Kluth fing alles damit an, dass "das Jugendamt bei mir anrief und fragte, ob ich zwei Kinder betreuen könne, eine Tagesmutter sei ausgefallen". Daraus wurde mehr, die Erzieherin und Motopädin, die sich auch beim Glehner Turnverein engagiert, tat sich mit ihren beiden Kolleginnen zusammen und gründete die "Flitzpiepen". Räumlichkeiten, ehemalige Büroräume, waren im Haus vorhanden und wurden umgebaut - insgesamt fast 100 Quadratmeter. Vor dem Start mussten erst einmal viele Auflagen erfüllt werden. "Das vergangene Jahr war hart", sagt Simone Kluth. "Die Anforderungen sind ähnlich wie bei einer Kindertagesstätte. Bau-, Gesundheits- und Veterinäramt sind beteiligt, auch der Brandschutz muss beachtet werden", erklärt dazu Toni Berheide.

Dann konnte es losgehen. Probleme, die neun Plätze voll zu bekommen, hatten die selbstständigen Tagesmütter nicht. "Der Bedarf ist groß, da viele Mütter wieder arbeiten möchten", sagt Simone Kluth, deren eigene Kinder fünf, acht und zehn Jahre alt sind.

Großen Wert legt das Team auf Spielzeug und Geräte, die die Bewegung fördern- etwa riesige weiche Bausteine zum Bauen und Klettern. Von montags bis donnerstags öffnen die "Flitzpiepen". Auch wenn nicht immer alle drei Tagesmütter da sein müssen, ist das Kind-Betreuerin-Verhältnis fast wie in der Familie. Da bleibt reichlich Zeit, ein hingefallenes Kind in den Arm zu nehmen und zu trösten. Ab 14.30 bis 15 Uhr geht es nach Spiel und neuen Erfahrungen wieder nach Hause. Mit drei Jahren wechseln die Kinder von der "Mini-Kita" in eine größere Kindertagesstätte.

Für Toni Berheide vom Kreis steht fest: "Die Tagesmütter bei den ,Flitzpiepen' machen einen guten Job." Und: "Die Großtagespflege in Glehn ist ganz wichtig für die U3-Versorgung. Wir sind gehalten, für etwa ein Drittel der Kinder unter drei Jahren Betreuungsplätze vorzuhalten." Derzeit stehen im Stadtgebiet 192 Plätze in Kindertagesstätten und weitere 84 in der Tagespflege zur Verfügung. "Der Bedarf nach U3-Betreuung steigt weiterhin. Wir suchen weitere Tageseltern", erklärt der Jugendamtsmitarbeiter. Gern würde der Rhein-Kreis Neuss auch weitere Großtagespflege-Einrichtungen in der Stadt sehen, "aber es fehlt an geeigneten Räumen", sagt Berheide.

(NGZ)