Leichtathletik: 35. Eurorun: „Der Lauf lebt“

439 Sportler gingen in Nütterden an den Start, darunter zahlreiche Kinder. Florian Falkenthal siegte über zehn Kilometer, Luca Fröhling beim Jogginglauf. „Das neue Gewand steht dem Eurorun“, sagte Laurenz Thissen.

Über die gesamte Woche hinweg hatten die Leichtathleten Nütterden mit Sorge auf die Wetterberichte geschaut. Der Blick am Sonntagmorgen aber ging mit großer Freude gen Himmel. „Wir befinden uns in einem sonnengefluteten Stadion“, sagte auch Moderator Laurenz Thissen. „Nur der leichte Wind kommt den Langstreckenläufern nicht entgegen. Ansonsten ist es nahezu perfekt“, sagte Veranstalterin Kerstin Hoffmann. Wer ihr an diesem Tag folgte, durfte beobachten, wie immer wieder Teilnehmer dankbar auf sie zu liefen. „Toll“, „Noch besser als im vergangenen Jahr“, „Weiter so“, wurde ihr entgegengebracht. So lässt sich konkludieren: der Neustart mit einem neuen Veranstaltungsort, neuen Strecken und einem neuen Organisationsteam ist geglückt. „Es steckt viel Arbeit in diesem Lauf. Nun wissen wir: sie hat sich gelohnt“, sagte Hoffmann.

Schon am frühen Morgen war das Sportzentrum Haferkamp Mittelpunkt der hiesigen Sportszene. Auf der Gymnastikwiese liefen sich Nachwuchssportler ein, dehnten oder motivierten einander. Besonders auffällig dabei war die St. Georg Grundschule Nütterden, die mit knapp 50 Kindern einen großen Kreis formierte, um gemeinsam Streckübungen zu machen. Insbesondere die Jüngsten hatten treuen familiären Anhang mitgebracht, der von Beginn an leidenschaftlich an der Seitenlinie unterstützte. „Wir wollen von euch einen donnernden Antrittsapplaus für die kleinen Talente“, forderte Thissen auf. Er bekam, was er bestellte und entließ die Kleinsten mit einem lauten Startschuss auf ihre Strecke über 333 Meter. Wohl kaum ein Lauf ging mit so viel Freude über die Bühne: jeder Zielläufer brachte trotz der sportlichen Anstrengung ein breites Lächeln über die Lippen. Bei den Nachwuchstalenten führte Lokalmatadorin Clara Reder mit 1:32 Minuten das Feld an, Dennis Valder folgte mit 1:36 Minuten. Als Dritte erklomm Ilka Heynen aus Kalkar mit 1:39 Minuten das Podest.

Nicht weniger beeindruckende Leistungen erliefen auch die Schüler. Dort siegte auf Seite der Jungen Jesse Ernst der „LN Nütterden“ nach 3:40 Minuten. Sein Pendant auf der Seite der Mädchen war Pia Putu Gertzen, die für einen Kilometer 4:01 Minuten benötigte. Jene Schüler, die sich 1,6 Kilometer vorgenommen hatten, wurden am Start von den Liedzeilen Helene Fischers empfangen: „Herzbeben, lass uns leben, wir wollen was erleben“, erklang aus den Musikboxen. Für ein herzbebendes Finale wusste Till Kaste von der VfL Merkur Kleve zu sorgen, der seiner Konkurrenz mit 5:29 Minuten keine Chance ließ. „Ehrlich gesagt habe ich auch auf diesen Sieg gehofft. Dass es geklappt hat, macht mich super stolz. Von Beginn an hatte ich einen guten Rhythmus“, sagte der 14-Jährige. Der Zweitplatzierte Sitotaw van Eck konnte Kaste mit 5:48 Minuten nicht mehr gefährlich werden.

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Gerd Aengenheister, seit Jahrzehnten eine Größe des örtlichen Laufsports, hatte sich erstmalig aus der ersten Reihe der Sportgroßveranstaltung verabschiedet. „Sicherlich gibt es bei den Teilnehmerzahlen noch Luft nach oben. Aber wir sind den richtigen Schritt gegangen, als wir den Halbmarathon aus dem Programm nahmen“, sagte er. Zwar sei die Konkurrenz mit dem Parallellauf in Köln herausfordernd, doch Aengenheister weiß: „Wer einmal hier war, kommt immer wieder.“ Der Vater Kerstin Hoffmanns ist Leistungssportler mit Leib und Seele. So wundert es nicht, dass seine Vorfreude vor allem den Langstrecklern gewidmet war.

Die zeigten ebenfalls Sport der Spitzenklasse, als sie die Kranenburger Niederung und die Weiten der Düffel über fünf und zehn Kilometer durchkreuzten. Beim Jogging- und Jugendlauf entschied Luca Fröhling vom LV Marathon Kleve das Rennen für sich. Er benötigte eine Zeit von 16:31 Minuten und war damit beinahe zweieinhalb Minuten schneller als der Zweite Mats Poen. Dritter wurde Philipp de Schrevel mit 19:11 Minuten.

Bei der Königsdisziplin, der Zehn-Kilometer-Strecke, war der Wettkampf nicht weniger eindeutig. Mit mehr als drei Minuten Vorsprung siegte Florian Falkenthal vom LV Marathon Kleve, dahinter lief sein Vereinskamerad Dennis Juchniewski ins Ziel. Falkenthal schaffte die Distanz innerhalb von 33:26 Minuten, Juchniewski nach 36:56 Minuten.

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